Deutsches Stammzellnetzwerk gegruendet

logo-alfaStammzellforscher in Deutschland haben am 7. Mai in Berlin das „Deutsche Stammzellnetzwerk“ gegruendet. Dies teilte das Max-Delbrueck-Centrum fuer Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ueber den Informationsdienst Wissenschaft in einer Presseaussendung vom selben Tag mit. Ziel des neuen Netzwerks soll unter anderem sein, die Kompetenzen zu buendeln, sich besser mit internationalen Forschern zu vernetzen sowie strategische Fachgruppen aufzubauen.

Zum Praesidenten waehlten die 12 Gruendungsmitglieder aus Universitaeten und ausseruniversitaeren Forschungseinrichtungen aus ihren Reihen Prof. Dr. Oliver Bruestle von der Universitaet Bonn. Vizepraesident ist Prof. Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg. Der dritte im Vorstand ist Prof. Albrecht Mueller von der Universitaet Wuerzburg. Die Geschaeftsstelle mit Koordinator Dr. Daniel Besser ist am Max-Delbrueck-Centrum (MDC) Berlin-Buch angesiedelt. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) foerdert die Initiative zunaechst mit ueber 300.000 Euro.

Ziel: Internationale Vernetzung und Aufbau strategischer Fachgruppen

„Wir wollen das Deutsche Stammzellnetzwerk international vernetzen sowie strategische Fachgruppen aufbauen, die sich mit wissenschafts- und gesellschaftspolitisch relevanten Themen befassen“, erklaerte Professor Bruestle auf einer Pressekonferenz in Berlin anlaesslich der Gruendung des Deutschen Stammzellnetzwerks. Der Mediziner hat laut MDC bereits zehn Jahre Erfahrung im Vorstand des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW (Nordrhein-Westfalen). Er ist Direktor des Instituts fuer Rekonstruktive Neurobiologie der Universitaet Bonn sowie Mitgruender und Geschaeftsfuehrer der Life & Brain GmbH und befasst sich mit der Nutzung pluripotenter Stammzellen fuer die Erforschung und Behandlung neurologischer Erkrankungen.

Prof. Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum will sich insbesondere dem Aufbau von wissenschaftlichen Fachgruppen widmen, etwa zu den Themen „Pluripotenz und Reprogrammierung“, „Adulte Stammzellen“, „Krebsstammzellen“ oder „Stammzellen in der Regenerativen Therapie“. „Unser Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen fuer zukuenftige Therapien auf der Basis von Stammzellen zu entwickeln. Dabei konzentrieren wir uns sowohl auf regenerative Ansaetze, als auch auf die zielgerichtete Zerstoerung von boesartigen Stammzellen bei Krebs“, so Prof. Trumpp. Erst kuerzlich hatte er Krebszellen im Blut von Brustkrebspatientinnen nachgewiesen, die Tochtergeschwuelste ausloesen koennen und Merkmale von Krebsstammzellen aufweisen.

Die Entwicklungsbiologin Prof. Elly Tanaka, Gruendungsmitglied des Stammzellnetzwerks von der Technischen Universitaet Dresden, erforscht am dortigen DFG Forschungszentrum fuer Regenerative Therapien die besonderen Stammzellen des Axolotls. Diese lassen bei diesen Wirbeltieren ganze Gliedmassen wieder nachwachsen. „Eine wichtige Aufgabe des Netzwerks wird es sein, die Grundlagenforschung auf diesem Gebiet zu foerdern. Das wird entscheidend fuer kuenftige Erfolge in der regenerativen Medizin sein“, betonte sie.

Erste Jahreskonferenz im November 2013 in Berlin

Der Stammzellbiologe Dr. Besser koordiniert laut Mitteilung den Aufbau des Deutschen Stammzellnetzwerks. „Mit dem Netzwerk moechten wir eine Infrastruktur fuer Deutschland schaffen, die Grundlagenforscher auf den verschiedenen Gebieten der Stammzellforschung vernetzt.“ Ausserdem will das Netzwerk laut Dr. Besser Forscher auch bei der Umsetzung von Projekten unterstuetzen, bei denen wissenschaftliche Ergebnisse in die Anwendung beim Patienten, sogenannte translationale Forschung, ueberfuehrt werden sollen. Darueber hinaus werde das Netzwerk den wissenschaftlichen Nachwuchs foerdern. So soll die erste Jahreskonferenz des Deutschen Stammzellnetzwerkes vom 11. bis 13. November 2013 am MDC in Berlin insbesondere jungen Talenten aus der Stammzellforschung ein Forum bieten.

Bislang befindet das Deutsche Stammzellnetzwerk offenbar noch ganz am Anfang in der Aufbauphase und ist noch nicht wirklich oeffentlich praesent. So war die Internetpraesenz, die als „Dialogplattform“ dienen soll, bei Google bei Redaktionsschluss nur schwer ueber Umwege zu finden und enthaelt bislang kaum Informationen. Die wenigen Infos auf der Webseite sind leider nur auf Englisch. Man darf gespannt sein, was sich hier noch in naechster Zeit tut.

Weitere Informationen:

German Stem Cell Network (GSCN) – 2013
Deutsches Stammzellnetzwerk
http://www.gscn.org/

Bekanntmachung des Bundesministeriums fuer Bildung und Forschung von Richtlinien zur Anschub-Foerderung einer Dialogplattform „Deutsches Stammzellnetzwerk“ im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung
Vom 21. Juli 2011
http://www.bmbf.de/foerderungen/16927.php

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