Darmstadt: Polizei verharmlost erneut sexuelle Übergriffe

Asyl2In der Überschrift zu einer Pressemeldung vom 30.05.2016 um 08:24 teilt die Polizei Darmstadt lapidar mit: „Schlossgrabenfest 2016 / Polizei zieht überwiegend positives Fazit“

Vergleiche zu den Berichten über die Kölner Vorfälle in der Silvesternacht sind durchaus angebracht, denn darunter berichtet sie zunächst ausführlich:

Zwischen Donnerstag und Sonntag (26.-29.05.2016) fand in der Darmstädter Innenstadt das 18. Schlossgrabenfest statt. Top-Acts waren u.a. Namika, Miss Platnum, Die Prinzen, Stefanie Heinzmann und diverse. „Lokalgrößen“. Das Festival startete mit einem Rekord-Donnerstag. Bei herrlichstem Wetter und in Vorfreude auf den Top-Hit „Lieblingsmensch“ fanden sich gut 120.000 Besucher auf dem Festgelände ein. Aufgrund der Personendichte wurden die Zugänge durch die Polizei aus dem Bereich Herrngarten während Namikas Auftritt zum Teil geschlossen. Am Freitag wiederholte sich das Schließen der Eingänge erneut. Die Bands auf der Echo-Bühne und der Merck-Bühne zogen viel Publikum an, so dass Eingänge gesperrt werden mussten. Die Polizei schätzt, dass etwa 90.000 Gäste in der Innenstadt waren. Der Samstag stand ganz im Zeichen von „Unwetterwarnungen“ und sorgte für intensive Gespräche und ständige Abstimmungen zwischen dem Veranstalter, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Mögliche Maßnahmen für Hagel, Sturm und Gewitter wurden durchgesprochen. Der langanhaltende Regen sorgte dann am Samstag auch für eine begrenzte Besucherzahl, trübte aber nicht die Stimmung. Nach einem schleppenden Beginn strömten dennoch zahlreiche Fans auf das Festgelände, um die „Lokalgrößen“ zu genießen. Am Sonntag blieben die prophezeiten Unwetter ebenfalls aus. Es setzte aber andauernder Regen ab 20:30 Uhr ein und leerte trotz bester Musik zunehmend das Festgelände. So kamen an den letzten beiden Tagen in der Summe etwa 100.000 Besucher auf das Gelände.

Insgesamt blieben die bei der Polizei bekannt gewordenen Straftaten im Verhältnis zu den Besucherzahlen auf einem niedrigen Niveau. Die ständige Präsenz der Streifen auf dem Gelände, im Herrngarten und dem Umfeld der Eingänge zeigten wie in den letzten Jahren ihre Wirkung. Unterstützt wurde das Einschreiten der Polizei durch den Einsatz der Body-Cam. Die neue Technik wurde zum Schutz der Polizeibeamten mitgeführt. Es kam im Verlauf der vier Tage zu einigen Körperverletzungsdelikten, einem Raub und einem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Festgestellte Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz und die zahlreichen Jugendschutzkontrollen zeigen das Engagement der Polizei auf.“

Erst jetzt folgte die verharmlosende Darstellung „einer sexuellen Belästigung“:
Leider kam es am Samstag auf der restlos gefüllten Tanzfläche im Bereich des HR-Diskoareals zu einer sexuellen Belästigung mehrerer Frauen. Durch die schnelle Mitteilung des Sachverhalts und aufgrund des schnellen Einschreitens der anwesenden Beamten konnten drei Tatverdächtige festgenommen werden. Abschließend zieht die Polizei, abgesehen von den Belästigungen, eine sehr positive Bilanz und blickt auf ein verregnetes aber friedliches Schlossgrabenfest zurück.

Am 30.05.2016 um 15:35 kam dann folgende Meldung:

„Weitere Frauen melden sich nach sexuellen Belästigungen während des Schlossgrabenfestes bei der Polizei / Ermittlungen dauern an

Nach den sexuellen Belästigungen während des Schlossgrabenfestes in der Nacht zum Sonntag haben sich bislang weitere fünfzehn Geschädigte bei der Kriminalpolizei in Darmstadt gemeldet, überwiegend Frauen in jugendlichem Alter. Drei weitere Geschädigte hatten sich schon während des Festivals unmittelbar an die dort eingesetzten Polizeibeamten gewandt, die daraufhin drei tatverdächtige pakistanische Asylbewerber festnehmen konnten. Nach den bisherigen Aussagen der Geschädigten gab es die unsittlichen Berührungen mit sexueller Absicht überwiegend in der Nacht zum Sonntag im Bereich des gut gefüllten HR-Areals. Dabei sollen die Täter in Kleingruppen vorgegangen, die Frauen umzingelt und unsittlich angefasst haben. Die Frauen gaben an, dass es sich nach ihrem Eindruck um Männer aus dem südasiatischen Raum gehandelt habe. Die Ermittlungen dauern weiter an. Geschädigte und Zeugen können sich weiterhin unter der Rufnummer 06151/969 0 an das Kommissariat 10 wenden.“

Unterdessen wurde bekannt, daß sich weitere mögliche Opfer gemeldet haben. Bis zum Nachmittag sollen es bereits 26 Frauen gewesen sein.
Auf dem Schlossgrabenfestes waren etwa 400.000 Besuchern. Ähnlich wie in der Kölner Silvesternacht sollen die Frauen von Kleingruppen umzingelt worden sein. Mit dem von dort bekannten „Antanztrick“ sei es zu sexuellen Belästigungen der Frauen gekommen. Die festgenommenen drei verdächtigen Pakistani, davon mindestens zwei Asylbewerber, im Alter von 28 bis 31 sind bereits wieder auf freiem Fuß. Angeblich gibt es keine Haftgründe, weil sie einen festen Wohnsitz hätten.

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