ZdK für Entscheidung zu Gentests

logo-gesundheitDer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hat den Deutschen Bundestag aufgefordert, eine Grundsatzentscheidung über die Zulässigkeit genetischer Tests in der Schwangerschaft zu treffen.

Das geht aus einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung des ZdK hervor.

Anlass für die von Sternberg geforderte Entscheidung, ist der sogenannte Praenatest zur frühzeitigen Erkennung des Down-Syndroms. Für diesen Bluttest hatte der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) vergangenen Monat ein Prüfverfahren eingeleitet. In diesem Verfahren, das sich über drei Jahre erstrecken kann, soll geprüft werden, ob der Test, der bislang eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) darstellt, künftig eine Regelleistung wird, die in Leistungskatalog der Kassen aufgenommen wird.

Aufgrund der Ergebnisse eines solchen Bluttests werden viele Kinder abgetrieben. „Gegen die Normalisierung einer Pränataldiagnostik, die nur den Zweck hat, eine Auslese von genetisch auffälligen Embryonen vorzubereiten, müssen wir entschieden Einspruch einlegen“, erklärte Sternberg. Der gemeinsame Ausschuss sei nicht der richtige Ort, um über solche schwerwiegenden ethischen Fragen zu entscheiden. Stattdessen müsse sich der Gesetzgeber grundsätzlich damit auseinandersetzen, ob solche genetischen Tests zur Werteordnung der Gesellschaft passen. „Das ist eine Entscheidung von großer Tragweite für den Weg unserer Gesellschaft. Der Ort, um über solche schwerwiegenden ethischen Fragen zu entscheiden, muss der Deutsche Bundestag sein“, so Sternberg weiter.

Zuvor hatten sich bereits Kirchenvertreter, Behindertenverbände und etliche Politiker gegen eine Aufnahme der Bluttests in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ausgesprochen. Auch der G-BA selbst hatte in einem Schreiben an einige Bundestagsabgeordnete, die ihm gegenüber Befremden angesichts der Eröffnung des Prüfverfahrens geäußert hatten, eine Entscheidung des Bundestags angeregt. Wie das ZdK schreibt, wolle Sternberg seinen Vorstoß als Unterstützung des Vorschlags des G-BA verstanden wissen.

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