NSU: The show must go on

NSUEgal, wieviele falsche Spuren nach dem jüngsten Reinfall mit den angeblichen DNA-Spuren Böhnhardts im Mordfall Peggy noch ans Licht kommen – der längst zur Medienfarce verkommene Münchner NSU-Prozeß wird auf gar keinen Fall deswegen eingestellt.

Auffällig: Nachdem am Mittwoch, 26. Oktober, Richter Götzl die Angeklagte Zschäpe nach dem Fall Peggy fragte und wissen wollte, ob sie über Informationen verfüge, die sie nicht aus den Medien habe,  reagierte Zschäpe und ihre Verteidigung nicht etwa so, daß  sie damit nichts zu tun habe. Ihr Anwalt Hermann Borchert kündigte dazu eine schriftliche Stellungnahme an.
Nicht umsonst fragt sich jeder: Wer doch nichts mit einem Fall zu tun hat, muss nicht erst eine schriftliche Erklärung formulieren, sondern kann das knapp und bündig verneinen.
Das macht stutzig, denn es macht das Pingpong-Spiel zwischen Ermittler, Ankläger, Richter und Verteidigung  suspekt.
Hätte sich Zschäpe erneut einer Kronzeugin ähnlich herausgeredet indem sie zu ihren Gunsten Zweifel über Böhnhardt streut?
Schade, daß die zum Fall Peggy angekündigte schriftliche Stellungnahme der angeklagten Beate Zschäpe nun nicht mehr das Licht der Öffentlichkeit erblickt – wohl zum Glück für die Verfahrensbetreiber.
Wer weiß, was dabei nun herausgekommen wäre oder ob gar ein Deal der Verteidigung mit der Anklage geplatzt wäre…
Einmal mehr werden jedoch die Zweifel an dem ganzen Verfahren als berechtigt untermauert, die von kritische Beobachter schon lange festgestellt wurden.
Damit wurden wieder einmal auch unser Bericht „Böhnhardt ein Kindermörder? Seltsamkeiten im NSU-Konstrukt hingewiesen haben.
Zweifel an der Meldung hatte das zuständige Institut nach dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ rigoros abgewehrt und jegliche Verunreinigung der Spuren von sich gewiesen..

Jetzt wurden (wieder einmal) alle eines Besseren belehrt, denen – nicht selten politisch motiviert – kein auf der Hand liegender Blödsinn zu gering ist, ihn für eigene, nicht selten pekuniäre, Interessen auszuschlachten. Der Titelschlagzeile folgt bei den sich selbst als „Qualitätsmedien“ einstufenden Meinungsmachern dann nur noch eine peinliche und kurze Nachricht im Blattinneren. Großspurige Kommentare eines Klugscheißers, der sowieso alles schon immer gewußt hat,  fehlen selbstverständlich auch.

Inzwischen kommen auch den Untersuchungsausschüssen zum NSU-Komplex immer mehr Zweifel, wenn man auch noch immer versucht, in der falschen Richtung zu stochern.

So lautete das einhellige Urteil des 3. Untersuchungsausschusses (NSU II) unter Leitung von Clemens Binninger (CDU), daß es in Sachen NSU Versäumnisse in Baden-Württemberg gegeben hat und die polizeiliche Ermittlungsarbeit zum Personenumfeld der rechten Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) im Bundesland Baden-Württemberg  grob mangelhaft gewesen sei.

Binninger wie auch die Obleute Petra Pau (Die Linke) und Irene Mihalic (Bündnis 90/Die Grünen) erhoben schwerwiegende Vorwürfe gegen das baden-württembergische Innenministerium. Die sogenannte Ermittlungsgruppe „EG Umfeld“ des Landeskriminalamts (LKA), die 2013 vom ehemaligen Landesinnenminister Reinhold Gall (SPD) eingesetzt worden war, sei ein reiner „Papiertiger“ gewesen, urteilten die Abgeordneten.

Damit wird lediglich bestätigt, was kritische Beobachter längst nicht nur vermuten, wenn sie die zahlreichen Ungereimtheiten als Ganzes sehen.

Das beginnt mit dem Mordfall Kiesewetter in Heilbronn, geht über die Aktenschredderei der zuständigen Behörden und in die Szene eingeschleuste V-Männer der Sicherheitsdienste bis hin zu den seltsamen und äußerst schnell „geklärten“ Todesfällen rundherum.
Der Sumpf

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