Die TERRE DES FEMMES Fahnenaktion 2016

terredefemmesRund um den 25. November, dem internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“, setzt TERRE DES FEMMES mit der Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ ein weithin sichtbares Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen.

Schläge vom Ehemann, Grabscher in der U-Bahn, sexuelle Übergriffe durch den Vater –geschlechtsspezifische Gewalt gehört auch in Deutschland zur Lebensrealität vieler Frauen. Genauer: häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen und übertrifft damit sogar Verkehrsunfälle und Krebs. In Europa hat jede dritte Frau bereits körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt. Besonders gefährdet sind Frauen mit Beeinträchtigungen oder in unsicheren Lebenssituationen. Für jede von Ihnen muss es eine sichere Zuflucht geben – unabhängig von ihrem Einkommen, ihrem Aufenthaltsstatus, ihren Beeinträchtigungen oder ihren Sprachkenntnissen.

Trotz dieser schwerwiegenden Zustände für gewaltbetroffene Frauen, erreicht von den 16 Bundesländern keines die vom Europarat empfohlene Quote von einem Frauenhausplatz pro 7500 Einwohner. In Deutschland gibt es knapp 400 Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder, doch eine pauschale Finanzierung gibt es bisher nicht. In Baden-Württemberg beispielsweise müssen Frauen ihre Unterkunft in Frauenhäusern selber bezahlen. Dadurch müssen jährlich tausende Frauen, die einen Platz suchen, aber ohne finanzielle Mittel oder geregelten Aufenthaltsstatus sind, abgewiesen werden. Viele der Häuser sind zudem nicht barrierefrei, es fehlt an genügend spezialisiertem Personal oder schlicht und einfach an der Kostenübernahme.

Weil diese Situation nicht mit einem freien, selbstbestimmten und gleichberechtigten Leben vereinbar ist, fordern wir: Tür auf! Für alle Frauen, die in Deutschland von Gewalt betroffen sind. Der Bund, die Länder, Städte und Kommunen müssen kostenlose Schutzräume und angemessene Unterstützung zur Verfügung stellen. Diese müssen:

bundesweit, flächendeckend und ausreichend sein.
pauschal und angemessen finanziert werden.
für Frauen mit erhöhtem Bedarf barrierefrei und ausreichend personell und materiell ausgestattet sein.
spezialisiert im Umgang mit verschiedenen Gewaltformen sein (z.B. für Betroffene von Zwangsheirat, weiblicher Genitalverstümmelung, Menschenhandel).

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