Kein Aprilscherz: EU-Taskforce kontrolliert die Presse

Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten (DWN) verbreiten am  28.03.2017 einen Hilferuf

Die DWN sind dafür bekannt, daß sie für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung nicht zur Verfügung stehen.  Ihr Prinzip ist, streng der journalistischen Distanz zu folgen, wie sie der Unternehmenskultur ihrer Eigentümer, des Bonnier-Verlages, entspricht und in ihrem Impressum auch veröffentlicht ist.

Doch: „Der Wind wird schärfer: Sichern Sie die Zukunft der DWN !“ bittet die Redaktion der Deutschen Wirtschafts Nachrichten jetzt ihre Leser, zu helfen, „damit wir unsere Freiheit verteidigen können.“

Der Anwalt der EU habe dem Magazin mitgeteilt, die DWN müssten eine Kontrolle durch die EU „hinnehmen“, weil sie sich „meinungsstark an die Öffentlichkeit gewandt“ habe.

Die EU habe vor geraumer Zeit eine Fälschung fabriziert, um die DWN zu diskreditieren, heißt es dazu weiter.  Sie habe zwar die Fälschung wieder in der Schublade verschwinden lassen – „wohl auch, weil sie weiß, dass die Fälschung offenkundig“ sei. Allerdings setze die EU auf Zeitgewinn – und darauf, „dass sie mit unserem Steuergeld lange mit einem unabhängigen Medium streiten kann“.

Indessen soll der Anwalt der EU versucht haben, in der Sache abzuwiegeln: Es sei ja alles vom Internet verschwunden – und die Artikel, um die es gegangen sei, seien „betagt“.

Der Anwalt habe aber eine interessante Begründung dazu abgegeben, weshalb die DWN in das Visier der ominösen „East StratCom Task Force“ der EU geraten sei: Diese Task Force sei demnach tätig geworden, weil sich die DWN mit ihren Thesen „meinungsstark an die Öffentlichkeit gewandt“ hätte, „um die öffentliche Meinung zu beeinflussen“. Daher sei es „hinzunehmen, wenn die Thesen überprüft und bewertet werden“.

Die DWN erklärt dazu: „Damit lässt der Anwalt der EU zwischen den Zeilen erkennen, dass hinter der Attacke der EU auf die DWN sehr wohl ein politisches Kalkül steht. Dagegen haben wir ja prinzipiell nichts einzuwenden – man kann ja unterschiedlicher Meinung sein. Doch im Fall der EU geht es um eine glatte Fälschung einer Überschrift der DWN und mithin eine falsche Tatsachenbehauptung, mit der wir auf eine Liste von russische Propagandamedien befördert wurden.

Was die EU – in diesem Fall ihr Auswärtiger Dienst – fabriziert hat, ist eine auf einer Fälschung basierende Denunziation, die, einmal in die Welt gesetzt, eine schwere Ruf- und Geschäftsschädigung darstellt. Diese ist geeignet, den DWN erheblichen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen.“

Zu Recht reklamiert die DWN deshalb auch, daß Denunziationen und staatlicher Druck leicht zu einer „inneren“ Zensur führen können. Die Freiheit der Berichterstattung werde beeinträchtigt, „weil man sich den Ärger ersparen will, der sich aus einer kritischen Berichterstattung naturgemäß ergibt“.

Der Aufforderung der DWN, ihr rechtsverbindlich zu versichern, dass die EU die rufschädigende Fälschung nicht wiederholen wird, sei die EU bis heute jedoch dem Bericht zu Folge nicht nachgekommen: „Wir müssen damit rechnen, dass wir die Fälschung der EU von Dritten verwendet wird, um die DWN bei Anzeigenkunden anzuschwärzen. In einem Zeitalter der PR-Sucht und der schwindenden Werbeerlöse müssen wir darauf achten, dass wir mit unserer Berichterstattung absolut unabhängig bleiben können.“

Verständlich, daß  die DWN darauf verweist, nur bestehen zu können, wenn sie ihren Lesern auch ein Abonnement wert sind.

Sie bitten: „Anders als Facebook (Daten) oder staatliche Medien (Steuern, Gebühren) müssen sich die DWN täglich ausschließlich vor den Lesern beweisen. Das gibt uns die absolute Freiheit in der Berichterstattung. Die einzige Finanzierung, die uns diese Freiheit garantiert, ist die Unterstützung unserer Leser.

Für eine kritische und unabhängige Berichterstattung ist die Redaktion der DWN auf die Unterstützung der Leser angewiesen.

Daher bitte wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre  Unterstützung:

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