Embryonale Stammzellforschung: Regierung veröffentlicht neuen Erfahrungsbericht

Die Bundesregierung hat ihren „Siebten Erfahrungsbericht über die Durchführung des Stammzellgesetzes“ vorgelegt.

Der 40-seitige Bericht befasst sich mit dem Zeitraum 2014/2015. Demnach hat die beim Robert-Koch-Institut angesiedelte Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellforschung (ZES) im Berichtszeitraum 17 neue Anträge auf den Import embryonaler Stammzellen des Menschen genehmigt. Damit steigt die Zahl der seit 2002 genehmigten Importen auf 105. In 19 weiteren Fällen hätten Forscher eine Ausweitung bereits vorhandener Genehmigungen beantragt. In 14 Fällen wurde ihnen dabei der Import zusätzlicher Zell-Linien gestattet.

Laut dem 2002 verabschiedeten Stammzellgesetz ist die Forschung mit embryonalen Stammzellen in Deutschland grundsätzlich verboten. In als Ausnahmen deklarierten Fällen können Forscher in Deutschland jedoch den Import im Ausland gewonnener embryonaler Stammzellen beantragen. Über die Bewilligung der Anträge entscheidet die ZES. Seit 2002 gibt es keinen einzigen dokumentierten Fall, in dem Forschern der Import embryonaler Stammzellen verweigert wurde.

Humane embryonale Stammzellen werden aus menschlichen Embryonen gewonnen, die ursprünglich für künstliche Befruchtungen erzeugt wurden. Bei der Entnahme der Stammzellen wird der Embryo zerstört. In Deutschland ist dies verboten.

Wie im ALfA-Newsletter bereits mehrfach berichtet, wollen Wissenschaftler um den Rechtsmediziner Jochen Taupitz das ändern. Sie fordern, dass verwaiste Embryonen, die ursprünglich zu reproduktiven Zwecken erzeugt wurden, der Forschung zur Verfügung gestellt werden.

Laut dem Stammzellgesetz müssen die mit dem Import embryonaler Stammzellen verfolgten Forschungsziele „hochrangig“ sein und sich der angestrebte Erkenntnisgewinn nicht anders als durch die Forschung mit embryonalen Stammzellen erzielen lassen. Ferner müssen die zu klärenden Fragestellungen im Tierversuch vorgeklärt worden sein.

Laut dem Bericht der Bundesregierung arbeiten in Deutschland derzeit 75 Arbeitsgruppen in 53 Forschungseinrichtungen mit humanen embryonalen Stammzellen. Weltweit sollen nach Angaben des Human Pluripotent Stem Cell Registry derzeit mehr als 3000 Zelllinien aus humanen embryonalen Stammzellen verfügbar sein.

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