Schweres Busunglück auf der A9 – 18 Tote – Ermittlungen laufen

[Update 4.7.2017] Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am Montagmorgen auf der A9 bei Stammbach.

Ein Reisebus mit einer Seniorengruppe aus Sachsen prallte auf einen Sattelzug und ging in Flammen auf. Mehrere Businsassen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen. 30 Männer und Frauen sind zum Teil schwerverletzt.

Nach dem tragischen Busunglück am Montagmorgen auf der A9 auf Höhe Stammbach, bei dem 18 Menschen ums Leben kamen, werden die Ermittlungen zur Klärung der Ursache und Umstände seitens der beteiligten Polizeidienststellen und der Staatsanwaltschaft Hof weiter intensiv fortgeführt. Ein Großteil der betroffenen Angehörigen der Verstorbenen konnte zwischenzeitlich verständigt werden. Bis zur Beendigung der Unfallaufnahme, Bergung der Fahrzeuge und Reinigung der Fahrstreifen, blieb die Fahrbahn in Richtung Süden bis in die Abendstunden komplett gesperrt.

Suchmaßnahmen nach den vermissten, weiteren Fahrgästen, auch mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers mit Wärmebildkamera, im näheren Umfeld der Unfallstelle verliefen zunächst ohne Ergebnis. Nach weiteren Untersuchungen in dem ausgebrannten Fahrzeugwracks bewahrheiteten sich die Befürchtungen, dass die verbleibenden 18 Personen in dem brennenden Reisebus ums Leben gekommen waren.

Nach weiteren umfangreichen kriminalpolizeilichen Maßnahmen erfolgten am Nachmittag die Bergung und der Abtransport der sterblichen Überreste. Die Opfer unter den Reisegästen waren im Alter von 66 bis 81 Jahren. Spezialisten der Rechtsmedizin Erlangen übernehmen mit Unterstützung von Beamten des Bundeskriminalamts die Identifizierung der Toten, unter denen auch der 55-jährige Fahrer des Busses ist. Der Fahrer des Lastwagens blieb körperlich unverletzt, erlitt jedoch einen Schock.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft kamen zudem sowohl ein Verkehrsunfallsachverständiger als auch ein Brandsachverständiger an die Unfallstelle und unterstützten die aufnehmenden Beamten der Verkehrspolizei Hof bei der Klärung der Unfallursache. Nach vorläufiger Einschätzung beider Sachverständiger liegen bisher keine Hinweise darauf vor, dass der Reisebus bereits vor dem Aufprall auf den Anhänger gebrannt hat. Vieles spricht dafür, dass bei dem Bus erst aufgrund der Kollision mit dem Anhänger Feuer ausgebrochen ist.
Zwei Staatsanwältinnen aus Hof führten vor Ort in Abstimmung mit den drei Sachverständigen und den Einsatzkräften die Ermittlungen. Mitarbeiter eines Kriseninterventionsteams kümmerten sich um Verletzte, Angehörige und Einsatzkräfte.

Drei Verletzte weiter in Lebensgefahr
Inzwischen konnten sieben leicht verletzte Businsassen die Krankenhäuser wieder verlassen, 23 weitere Personen befinden sich mit schweren Verletzungen noch in stationärer Behandlung. Bei drei von ihnen besteht Lebensgefahr.

Die Staatsanwaltschaft Hof führt wegen des Verkehrsunfalls ein Ermittlungsverfahren. In diesem Zusammenhang richtet sich der Verdacht bezüglich des Unfallverursachers zum momentanen Stand allein gegen den verstorbenen Fahrer.
Im Zuge der Ermittlungen erfolgten am Firmensitz des Busunternehmens in Sachsen Durchsuchungsmaßnahmen sowie Sicherstellungen in Bezug auf den Reisebus und die beiden Busfahrer. Deren Auswertung wird mit Nachdruck betrieben.

In den frühen Abendstunden erfolgte die aufwändige Bergung der beiden Fahrzeugwracks, bei der unter anderem ein Kran zum Einsatz kam. Die Fahrzeuge sind auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hof für weitere Begutachtungen sichergestellt.
Nach umfangreichen Reinigungsarbeiten der Fahrspuren durch eine Spezialfirma sowie der Autobahnmeisterei Münchberg, die zudem für weitere Verkehrsmaßnahmen im Einsatz war, konnte die Fahrbahn in Richtung Süden gegen 20.45 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Inwieweit es durch das Verhalten von Verkehrsteilnehmern im Zusammenhang mit der Anfahrt von Einsatz- und Rettungskräften zu erheblichen Behinderungen oder zu strafbarem Verhalten gekommen ist, wird derzeit mit den Einsatzkräften abgeklärt. Sollte sich ein Anfangsverdacht hierfür ergeben, wird auch in diese Richtung mit Nachdruck ermittelt werden.

Hergang:

Kurz nach 7 Uhr fuhr der Reisebus am Montagmorgen bei sich stauendem Verkehr auf einen vorausfahrenden Sattelzug auf. Kurz darauf stand der mit 46 Fahrgästen und zwei Fahrern besetzte Bus in Flammen. Auch der Anhänger ging in Flammen auf. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen konnten 30 Fahrgäste den Bus Verlassen. Sie wurden zum Teil schwerverletzt und kamen auch mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser. Die verbleibenden 18 Personen sind in dem brennenden Reisebus ums Leben gekommen. Zwischenzeitlich ist die Bergung der sterblichen Überreste erfolgt. Es handelt sich um Frauen und Männer im Alter von 66 bis 81 Jahren. Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamts übernehmen die Identifizierung der Toten, unter denen auch der Fahrer des Busses ist. Der Fahrer des Lastwagens blieb körperlich unverletzt.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hof sind Sachverständige vor Ort und unterstützen die Polizeieinsatzkräfte bei der Klärung der Ursachen, die zu dem schrecklichen Unglück führten.

Bei der Reisegruppe handelt es sich um Männer und Frauen im Alter von 41 bis 81 Jahren, die überwiegend aus Sachsen kommen. Für Angehörige ist für Fragen und Informationen weiterhin die kostenfreie Telefonnummer 0800 / 7766350 geschaltet.

Weit über 200 Einsatzkräfte der Rettungsdienste, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und der Polizei Oberfranken waren in der Spitze mit Einsatzmaßnahmen betraut. Auch für die Retter und Ermittler werden entsprechende Betreuungsmaßnahmen angeboten.

Die Sperrung der A9 in Fahrtrichtung Süden dauerte länger an. Auf den Umleitungsstrecken war mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Auf der B289 fuhr sich kurz vor Münchberg ein Lastwagen in einer Bahnunterführung fest. Der Brummi konnte nach kurzer Zeit wieder befreit werden.

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