NSU-Zeugensterben

Thomas Richter alias Corelli wurde höchstwahrscheinlich vergiftet

Laut Darstellung der Behörden wäre der langjährige Informant des Geheimdienstes „Verfassungsschutz“ Thomas Richter („Corelli“) an „Diabetes 1“ gestorben. Ein natürlicher Krankheitsverlauf setzt jedoch voraus, dass diabetesspezifische Antikörper im Blut vorhanden sind. Diese Antikörper wurden offenbar nicht gefunden.  Wenn Richter jedoch ein diabetogenes Gift verabreicht worden wäre, welches die „Blitzdiabetes“ verursachte, hätte sein Körper keine Antikörper gebildet. Mit dem Fehlen der körpereigenen Antikörper wäre eine natürliche Krankheitsursache ausgeschlossen.

Am 07. April 2014 wurde Thomas Richter tot aufgefunden, sein Todeszeitpunkt wird auf den 04. oder 05. April geschätzt. Die Obduktion vom 08. April ergab Hinweise auf ein diabetisches Koma durch Diabetes 1. Daher waren sich der leitende Polizeibeamte Östermann und Oberstaatsanwalt Meyer einig, das Todesermittlungsverfahren „relativ zeitnah“ wieder einzustellen. Aufgrund des Obduktionsergebnisses bestand die einhellige Auffassung, dass Thomas Richter eines natürlichen Todes gestorben sei. Ein Fremdverschulden könne nicht festgestellt werden. Ein Motiv für eine Ermordung wäre nicht „im Ansatz“ erkennbar gewesen! Dies ist eine bemerkenswerte „Fehleinschätzung“, die die Vorgeschichte ignoriert. Der Blogger „Lecorte“ schreibt: „Wie dem auch sei, Richters plötzlicher Tod kurz vor einer Vernehmung wirkt zugegebenermaßen wie bestellt.“

Die chemisch-toxikologischen Untersuchungen ergaben keine Erklärung für die diagnostizierte diabetische Stoffwechselentgleisung. Es gab keine Rückstände von Medikamenten oder Betäubungsmittel.

„Nicht diagnostizierte Diabetes-Erkrankung“

Thomas Richter verstarb an einem sogenannten „Zuckerschock“, genannt „Diabetes 1“. Warum es ausbricht, ist bis heute nicht völlig aufgeklärt. Die körpereigenen Antikörper bekämpfen auf einmal die Bauspeicheldrüse oder das produzierte Insulin. Der Blutzuckerwert steigt innerhalb weniger Wochen dramatisch an, bis die Person schließlich in ein Koma fällt und ohne medizinische Hilfe stirbt.

An dieser Krankheit zu sterben, ist statistisch gesehen unwahrscheinlich. Es gibt in Deutschland lediglich 300.000 Menschen, die an „Diabetes 1“ leiden. Dagegen gibt es in Deutschland sechs Millionen Menschen mit „Diabetes 2“.

„Diabetes 2“ tritt meist bei älteren Personen auf, „Diabetes 1“ dagegen eher bei Kindern und Jugendlichen. Allgemein ist bekannt, dass „Diabetes 1“-Symptome auch durch aufgenommene Viren oder Giftstoffe ausgelöst werden können, etwa das Rattengift „Vacor“.

Bei einer etwa genetisch verursachten „Diabetes 1“ wäre aller Wahrscheinlichkeit nach Thomas Richter also schon früher erkrankt, nicht erst mit 39 Jahren. Er und sein persönliches Umfeld hätten die Krankheits-Symptome festgestellt und medizinische Hilfe gesucht. Zu den Symptomen zählen:

  • „extremer Durst, große Trinkmengen und dadurch ausgelöst häufiges Wasserlassen
  • ausgeprägte ungewollte Gewichtsabnahme innerhalb weniger Wochen
  • auffälliger Leistungsabfall mit Muskelschwäche, Müdigkeit und stark beeinträchtigtem Allgemeinbefinden
  • Übelkeit und Bauchschmerzen
  • Sehstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • gehäufte Infektionen (Harnwegsinfektionen, Pilzerkrankungen)
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma“ (gesundheitsinformation)

Der Diabetes-Experte Prof. Dr. Werner Scherbaum schrieb in einem Gutachten über den Tod Richters am 10. November 2014, dass die Krankheits-Symptome „über wenige Wochen hinweg bestehen“, bis sie sich „innerhalb weniger Tage dramatisch aufschaukeln“ und zu einem „lebensbedrohlichen Zustand (…) führen“.

„Diese Symptome können über wenige Wochen hinweg bestehen und werden von den Betroffenen nicht selten als grippaler Effekt oder als eine andere Unpässlichkeit fehlgedeutet. Sie können sich aber auch innerhalb weniger Tage dramatisch aufschaukeln und zu einem lebensbedrohlichen Zustand Bewusstseinsstörungen, führen. Diese Symptome waren offenbar nicht in einer Weise registriert worden, die zu einem Arztbesuch Anlass gegeben hätten.“ (Abschlussbericht parlamentarischer NSU-Untersuchungsausschuss in Nordrhein-Westfalen (NRW))

Dies war jedoch bei Richter nicht der Fall. Noch wenige Tage vor seinem Tod ging es Richter gut:

Dem Vermieter der Wohnung zahlte Richter am 01. oder 02. April 2014 in bar die Miete. Markus Grimme sagte dem Ausschuss, dass „Corelli“ keinen kranken Eindruck gemacht hätte. Die Wohnung machte einen aufgeräumten Eindruck.

„Die letzte Miete bezahlte Thomas Dellig entweder am 1. oder 2. April 2014. Er hatte zuvor den Zeugen Markus Grimme darum gebeten, den bis Ende März 2014 befristeten Mietvertrag bis zum 30. Juni 2014 zu verlängern.

„Bei diesen Gelegenheiten hinterließen die Wohnräume einen aufgeräumten Eindruck. Für einen Junggesellen sei Thomas Dellig sehr strukturiert gewesen. Auf ihn habe er keinen kranken Eindruck nicht.“ (ebd)

Am 02. April wäre die Erkrankung ausgebrochen. „Corelli“ soll einer Geheimdienst-Beamtin eine SMS geschrieben haben, dass er sich mit ihr nicht treffen könne, er hätte Fieber.

„Den aufgezeichneten Textnachrichten der sichergestellten Mobiltelefone ist danach zu entnehmen, dass Thomas Richter am 2. April 2014 der Zeugin W. mitteilte, er könne am nächsten Tag an einem Treffen nicht teilnehmen, weil er mit Fieber „flach“ liege.“

Keine Krankheitssymptome – das bestätigte auch ein langjähriger Freund, der bis zuletzt mit Thomas Richter im Kontakt war: Richter war gesund. „Wenige Tage vor seinem Ableben“ telefonierten sie noch 22 Minuten.

„Bei dem im Telefonverzeichnis aufgeführten „Tommy“, mit dem Thomas Richter wenige Tage vor seinem Ableben 22 Minuten telefonierte, handelt es sich nach Aussage des Zeugen Jerzy Montag um seinen ehemaligen Nachbarn aus Leipzig, mit dem er VW’s „zusammenschraubte“.

Sein Freund erhielt am 03. April eine SMS von ihm, die er als ungewöhnlich kurz ansah: „Bin krank„. Er nimmt an, dass der Absender gar nicht sein Freund gewesen war, dass eine andere Person die SMS schrieb.

„Am 2. April fragte Thomas M. per SMS: „Alles klar?“ Am 3. April kam eine kurze Antwort-SMS vom Handy Richters: „Bin krank“. Daraufhin fragte M. zurück: „Wie krank?“ Doch Richter meldete sich nicht mehr. M. danach noch einmal per SMS: „He, was ist los? Schreibst du jetzt endlich mal?“
(…)
Thomas M. kam es seltsam vor, dass Richter lediglich mit zwei Worten antwortete. Das sei absolut untypisch für ihn gewesen, Richter habe immer ganze SMS-Romane geschrieben – und wörtlich: „Als wäre er es nicht selbst gewesen.“ Stammte die Rückmeldung „Bin krank“ überhaupt von Richter selber? (Heise)

Der parlamentarische Abschlussbericht des nordrhein-westfälischen Landtages unterschlägt diese Einschätzung des Zeugen, um mit der SMS eine natürliche Erkrankung zu propagieren. So kann der Ausschuss die dubiose SMS-Nachricht als Beleg eines natürlichen „Diabetes 1“-Ausbruchs verkaufen. Desweiteren glauben die Parlamentarier, dass Richter, statt den Notarzt zu holen, im Internet nach Krankenhäusern googelte, ohne sich dort zu melden:

„Am 3. April 2014 teilte er mit einem anderen Handy gegen 14:26 Uhr einer Person, die in dem Kontaktverzeichnis des Handys als „Tommy“ bezeichnet ist, mit, er sei „krank“. Seit diesem Zeitpunkt reagierte er auf besorgte Anfragen nicht mehr. Stattdessen sind auf seinem Handy der Marke Sony Xperia Aktivitäten im Internet erkennbar. Mit dem Internet-Suchdienst „Google“ informierte er sich über Behandlungsmöglichkeiten in einem Krankenhaus; als Suchbegriff gab er u. a. Magenschmerzen ein. Die letzte gespeicherte Aktivität unter „Google“ datiert vom 4. April 2014, 4:51 Uhr.“ (Abschlussbericht parlamentarischer NSU-Untersuchungsausschuss in Nordrhein-Westfalen (NRW))

Sein Bruder Lother Richter glaubt an die Geschichte dagegen nicht:

„Da sind so viele Widersprüche. Zum Beispiel: Thomas ist im Bad umgefallen und hat sich dann bis ins Schlafzimmer geschleppt. Durch den Korridor, und genau dort stand das Festnetztelefon. Da kann mir doch keiner erzählen, dass er es bei einem angeblichen Zuckerschock nicht mehr geschafft haben soll, die Tasten 112 zu drücken?“ (neopresse)

Prof. Dr. Werner Scherbaum schrieb außerdem in seinem Gutachten, dass es „keine Substanz“ gäbe, die „ein zum ketonischen Koma (…) führenden Hyperglykämie“ auslösen könnte:

Es gibt keine Substanz, die eine zum ketonischen Koma (und zum Tode) führenden Hyperglykämie auslösen kann. Medikamente wie Glukokortikoide (Cortisonpräparate) oder Wachstumshormon können zwar einen Diabetes auslösen; nie aber einen Insulinmangeldiabetes, der zu Ketoazidose (mit Bildung von Ketonkörpern im Blut) und zum ketoazidotischen Koma und zum Tode führt.“

Diese Darstellung „relativierte“ er 2016 in seiner Zeugenaussage im Ausschuss. Ihm wäre 2014 die Dimension des Falls nicht bewusst gewesen (wdr): Es würden Giftstoffe existieren, die einen Zuckerschock künstlich auslösen könnten. Daraufhin wurden neue Ermittlungen aufgenommen.

„Der Zeuge Prof. Dr. Werner Scherbaum hat vor dem Ausschuss am 2. Juni 2016 die in seinem Gutachten vom 10. November 2014 getroffene Feststellung zu Nummer drei, es gebe keine Substanz, die zum ketonischen Koma führe, relativiert. Aufgrund von Tierexperimenten in den 1970er und 1980er Jahren seien drei Stoffe bekannt geworden, deren Einnahme zu einer diabetischen Ketoazidose, also einer schweren Stoffwechselentgleisung, führen könne. Es handele sich hierbei um Streptozotocin, Vacor, einem Rattengift und das „schlecht studierte“ Alloxan.“

Es kam heraus, dass 2014 gar -nicht- nach Rückständen des Rattengifts „Vacor“ gesucht wurde.

„Die Rückstände des Giftes ließen sich aber bei toxikologischen Untersuchungen nachweisen. Der Zeuge Scherbaum zog das Fazit, dass er nicht mehr 100%ig ausschließen könne, dass Thomas Richter an dieser verabreichten Substanz verstorben ist, weil 2014 die passenden toxikologischen Untersuchungen nicht durchgeführt wurden.“ (nsu-watch)

Es erscheint unverständlich, wie ein Diabetes-Experte wie Prof. Dr. Werner Scherbaum 2014 nicht über diese Substanzen informiert gewesen sein konnte. Stellte Prof. Scherbaum ein Gefälligkeitsgutachten aus? Die taz-Journalistin Astrid Geisler hinterfragte den dubiosen Vorgang.

Dabei diente sein Gutachten dazu, die Ermittlungen wegen „pflichtwidrigen Unterlassungshandlung“ Ende 2014 einzustellen.

„Spätestens mit der negativen Beantwortung der Frage zu Nr. 2 durch den Zeugen Prof. Dr. Scherbaum war für die StA Paderborn die letzte, auch nur theoretisch denkbare Möglichkeit eines strafrechtlich relevanten Verhaltens Dritter im Zusammenhang mit dem Todesfall Thomas Richter ausgeschlossen. Sie stellte deshalb das Todesermittlungsverfahren mit Verfügung vom 12. November 2014 gemäß § 170 Absatz 2 StPO mit der Begründung ein, nach dem Ergebnis des Gutachtens des Zeugen Prof. Dr. Werner Scherbaum sei ein Fremdverschulden am Tod des Thomas Richter sicher auszuschließen. Ebenso bestünden keine Anhaltspunkte für eine unterlassene Hilfeleistung.“

Oberstaatsanwalt Ralf Meyer

Ende 2016 nannte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer dem parlamentarischen NRW-Ausschuss drei Punkte, die für eine natürliche Ursache des Zuckerschockes sprächen: „Corelli“ hatte eine Fettleber, in seiner Familie gab es einen Diabeteskranken und der Befund zur Bauspeicheldrüse.

„Der Zeuge Ralf Meyer Paderborn hat dem Ausschuss am 9. Dezember 2016 das ihm bisher nur mündlich bekannt gewordene Zwischenergebnis dieser Untersuchungen mitgeteilt. Danach seien aufgrund der Leichenblutuntersuchung sichere Feststellungen nicht möglich. Die in der Wohnung des Thomas Richter aufgefundenen Tabletten aus China würden noch untersucht. Das Helmholtz-Zentrum in München habe ihm fernmündlich mitgeteilt, der Befund des Pankreas sei ein Hinweis auf einen natürlich entstandenen Diabetes. Er hat dieses Ergebnis, auch im Einklang mit dem Umstand, dass die Familie des Thomas Richter mit Diabetes belastet sei, als nachvollziehbar erachtet.“

Dazu befragte ich einen Mediziner, der sich wiefolgt äußerte:

Frage: Ich würde Dich um Deine Einschätzung zur obigen Aussage bitten.

Antwort:

„Offenbar hat das Helmholtz Institut angegeben, daß der histopathologische Befund der Bauchspeicheldrüse auf eine Autoimmunreaktion (mit Zerstörung der Inselzellen) hinweisen würde.

Exakt das macht aber das berühmte Gift auch, und ohne Differenzierung (in den USA gab es Forschungen dazu) kann man die Autoimmunreaktion nicht von der Giftwikung unterscheiden.

Zur Diabetesbelastung in der Familie. Dies gilt nur für den (insulinpflichtigen) Typ 1 Diabetes. Die Frage ist also, gab es in der Familie Richter tatsächlich Typ 1 Diabetiker ?

Und wenn, dann erkrankt man typischerweise im Kindes-und Jugendalter und nicht wie Richter im Erwachsenenalter. Für Typ 1 Diabetes im Erwachsenenalter gibt es andere als genetische Ursachen. Vgl. Buch

„die Frage ist ob insbesondere der Vater (bzw. die väterliche Linie) an Diabetes Typ 1 erkrankt war, dann gibt es eine bis zu 5% Wahrscheinlichkeit, daß auch Abkömmlinge erkranken.

Diese erkranken aber in der Regel im Kinder- und Jugendlichen Alter und nicht im Erwachsenen Alter wie Corelli-Richter. Typ 1 im Erwachsenen Alter hat meist keine genetischen sondern rein autoimmune Ursachen (bestimmte Infektionen, Viren, etc. aber auch Gifte wie Vacor!)

„Die Forscher*innen des Helmholtz-Zentrums hätten aber sehr wohl feststellen können, dass bestimmte „Empfänglichkeitsgene“ für Diabetes-Erkrankungen bei Richter nicht vorgelegen hätten.“ (nsu-watch – Bericht über Sitzung des NSU-Untersuchungsausschuss in Nordrhein-Westfalen (NRW))

Wenn Medizin Laie Meyer dann Nachforschungen zur Diabetes Belastung in der Familie referiert, dann ist dies doppelter Unsinn und dient nicht der Wahrheitsfindung.“

„Typ 1 bedeutet plötzlicher absoluter Insulin Mangel, die Erkrankung macht sofort (unüberseh-und spürbare) Symptome. Daraus folgt, daß die Wahrscheinlichkeit, daß Richter über Tage (oder gar Wochen) unbemerkt an Diabetes 1 erkrankt war, gegen Null geht. Nicht möglich.

Diabetes Typ 2 , „Alters Diabetes“ „Wohlstands Diabetes“, ist (über-und falsch) ernährungsbedingt und tritt mit genetischer Komponente früher oder später bei älteren Menschen auf. In unseren (auch Ernährungs) Überflusszeiten verschiebt sich deshalb das Erkrankungsalter immer weiter nach unten. Es kann mehrere Monate dauern bis ein Diabetes Typ2 bemerkt, bzw. diagnostiziert wird. Vgl. pdf-Dokument

Frage: Im Abschlussbericht wird erwähnt, dass bei Richter eine Fettleber obduziert wurde. Inwieweit kann dies tatsächlich als Beleg gelten, dass die offizielle Darstellung stimmt?

„Fettleber hat viele Ursachen: vgl. http://www.netdoktor.de/krankheiten/fettleber/ Nichts Spezifisches im Fall Richter“

Frage: Was heißt „der Befund des Pankreas sei ein Hinweis (…)“ in folgender Erklärung von Oberstaatsanwalt Meyer:

„Es sei genug Material verfügbar gewesen. Für die Untersuchung habe man das Pankreas-Gewebe zunächst eingefärbt. Mit dem Farbstoff werde Insulin sichtbar. Festgestellt wurde, dass im Gewebe noch Insulin-produzierende Zellen vorhanden seien, ebenso wie sog. „Makrophagen“ (Fresszellen, weiße Blutkörperchen). Zusammengenommen hätte die Untersuchung der Pankreas-Zellen schließlich also deutliche Hinweise dafür gegeben, dass Thomas Richter eine Diabetes Typ I hatte, die natürlich entstanden sei. (nsu-watch)

Antwort:

„… aus den beiden Aussagen: Restinsulin im Pankreas und Makrophagen (die bei der Zerstörung der Bauchspeicheldrüse auftreten, ob als Autoimmunreaktion oder als Giftfolge) kann man m.E. keinesfalls ableiten Richter habe einen natürlich entstandenen Diabetes Typ 1 entwickelt.

Anmerkung: Offensichtlich wurden ja keine Autoantikörper nachgewiesen. Weiterhin hat Richter noch kurz vor seinem Tod eine SMS verfasst. Die Aussagen des Oberstaatsanwaltes Meyer überzeugen nicht.

Das steht so im Abschlussbericht:

„Am 30.06.2016 ist telefonisch mit Prof. Dr. Lenzen vom Institut für Klinische Biochemie der Medizinischen Hochschule Hannover Kontakt aufgenommen worden. Vor weiteren Untersuchungen durch ihn hielt er es für sinnvoll, das Ergebnis der beauftragten Untersuchung des Blutes auf diabetesspezifische Autoantikörper abzuwarten. Nach Vorliegen dieses Ergebnisses könnte durch Untersuchung des Pankreasgewebes festgestellt werden, ob es sich um einen natürlich entstandenen Diabetes handelt oder ob dieser durch Beibringung von Stoffen hervorgerufen worden ist.“

Frage: Was ist damit gemeint? Warum soll erst Blut nach Antikörpern untersucht werden, dann die Bauchspeicheldrüse (Pankreas)?

Antwort:

„… wenn Autoantikörper (hier gegen Pankreas Gewebe, speziell Betazellen) vorliegen, ist von einer „natürlichen“ Ursache für den Typ 1 Diabetes auszugehen.

In Verbindung mit bakteriellen oder viralen Infektionen können sich diese Autoantikörper bilden und die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse per Autoimmunreaktion zerstören.

Bei Giftbeibringung bleibt dem Organismus keine Zeit mehr, Autoantikörper zu bilden (das dauert mehrere Wochen).

Interessant ist zum Thema Antikörper: http://www.dgkl.de/PA100258″

Eine Untersuchung auf sogenannte Auto-Antikörper im Blut ist offenbar nicht möglich. Oberstaatsanwalt Meyer, Ende 2016 vor dem Ausschuss von NRW:

„Das „Helmholtz Zentrum“ hatte nun den Auftrag, im Blut des Toten nach diabetes-spezifischen Antikörpern zu suchen. Die Blutuntersuchung sei aber leider nicht möglich gewesen. Denn das asservierte und nun erneut untersuchte Blut sei bereits nach Auffinden der Leiche zu stark verändert („hämolytisch“) gewesen. Richters Leichnam hatte vermutlich mehrere Tage unentdeckt in der Tarn-Wohnung in Paderborn gelegen.“

„Weitere Untersuchungen von Nieren- und Lebergewebe würden noch ausstehen, berichtete Meyer. Für Anfang nächsten Jahres rechne er dann mit einer schriftlichen Ausarbeitung dieser Ergebnisse. (nsu-watch)

Im März 2017 beendete die Staatsanwaltschaft die 2016 neu aufgenommenen Todesermittlungen, mit vorhersehbaren Ergebnis:

„Ihm sei kein krankmachendes Gift gespritzt worden, betonte die Staatsanwaltschaft.“ (spiegel)

Das Rattengift „Vacor“ kann jedoch oral in den Körper eingefügt werden, es muss nicht gespritzt werden. In den Medienberichten steht nichts darüber, ob nach Rückständen von Vacor gesucht wurde.

Die Untersuchungsergebnisse des Nieren- und Lebergewebes erwähnt weder der Abschlussbericht des NRW-Untersuchungsausschusses noch der des Bundestages, obwohl sie Oberstaatsanwalt Meyer für Januar/Februar 2017 ankündigte. Was sind die Ergebnisse?

Da keine medialen Berichte über Nachweise von Antikörpern vorliegen, dürfte das Ergebnis der Nachuntersuchungen negativ sein – oder anders ausgedrückt: Wenn Antikörper irgendwo festgestellt worden wären, hätte die Staatsanwaltschaft dies sicherlich mitgeteilt.

Genauso beim Gift Vacor. Wenn keine Rückstände gefunden worden wären, dann hätte man uns dies sicherlich deutlich mitgeteilt. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass Thomas Richter ermordet wurde.

  • Siehe auch Artikel:
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