*Münster: Fahrer soll in Suizidabsicht gehandelt haben

Ein silbergrauer Campingbus um 15.27 Uhr mit hoher Geschwindigkeit in Münster in den Außenbereich des pberregional bekannten Restaurants „Kiepenkerl“.


Ermittler sind sich sicher: Fahrer handelte in Suizidabsicht

[Update 10.4.2018]“Nach der bisherigen Analyse und Auswertung der vorliegenden Dokumente, Spuren und Aussagen sind die Ermittlungsbehörden sicher, dass der 48-Jährige in Suizidabsicht handelte“, resümierte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt heute (9.4.) in Münster die bisherigen Ergebnisse.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des ledigen und kinderlosen Münsteraners fanden die Beamten neben mehreren Behältern mit Benzin und anderen Flüssigkeiten ein über einen Balken gelegtes Hanfseil mit Henkersknoten. „Die geplante Verwendung der Stoffe durch den Täter und die Herkunft sind zum jetzigen Zeitpunkt unklar“, ergänzte der Oberstaatsanwalt. „Das Seil jedoch ist ein eindeutiger Hinweis.“ Für die Suizidabsicht des Täters spricht auch die Tatsache, dass sich der Täter unmittelbar nach dem Stillstand des Fahrzeugs erschossen hat. Im Magazin der im ehemaligen Jugoslawien hergestellten Pistole befanden sich noch weitere Patronen. „Offensichtlich wollte sich der Täter nach der Todesfahrt direkt selber richten“, erklärte der Leiter der Ermittlungskommission, Kriminalhauptkommissar Joachim Poll. „Bei einer Gesamtschau der Indizien sind wir uns sicher, der Täter handelte in Suizidabsicht.“

Diese eindeutige Suizidabsicht hatte der Mann entgegen anderslautender Berichte im Zeitraum vor der Tat weder dargelegt noch gegenüber Dritten geäußert. Die mehrfach wahllos an Dritte übersandten Nachrichten enthalten keine ausdrückliche Ankündigung einer Selbsttötung. Sie sind jedoch Ausdruck einer zumindest temporären, psychischen Labilität. Ebenso wenig gibt es Anhaltspunkte für ein fremdaggressives Verhalten.

„Warum der Täter den Vorplatz der Restaurants als Ziel seiner Todesfahrt gewählt hat, ist unklar“, äußerte der Kriminalhauptkommissar. „Wir sind einigen Hinweisen dazu nachgegangen, konnten aber bislang keine Beziehung des Täters zum Tatort herstellen.“

Die Mitarbeiter der Ermittlungskommission werten auch weiterhin alle Hinweise aus, befragen Zeugen und untersuchen die sichergestellten Spuren und Beweismittel. Allein über das Hinweisportal des BKA wurden bislang rund 40 Dateien hochgeladen. Immer noch melden sich Menschen und wollen die Ermittlungsarbeit der Polizei mit ihren Hinweisen unterstützen. Die zentrale Stelle ist künftig nicht mehr über die Telefonnummer 0800 3040303 zu erreichen. Hinweise können der Polizei Münster direkt über die Telefonnummer 0251 275-0 gegeben werden.

Wichtig ist es den Ermittlern zudem zu klären, wie der Täter in den Besitz der Waffe gelangt ist. Dabei spielt auch die Frage eine Rolle, ob diese Waffe schon einmal im Zusammenhang mit einer Straftat eingesetzt wurde.

[Update] Am Samstag, 07.04.18, fuhr laut offiziellem Polizeibericht um 15:27 Uhr ein silbergrauer Campingbus im Zentrum von Münster in eine Gruppe von Menschen, die sich im Außenbereich einer Gaststätte aufhielt. Dabei wurden zwei Personen getötet und mehr als 20 zum Teil schwer bis hin zur akuten Lebensgefahr verletzt. Ums Leben gekommen sind bei dieser Tat eine 51-jährige Frau aus dem Kreis Lüneburg und ein 65-jähriger Mann aus dem Kreis Borken. Unmittelbar im Anschluss an die Tat richtete sich der Täter mit einer Schusswaffe selbst.

Einsatzkräfte der Polizei und der Rettungsdienste waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Die Polizei riegelte den Tatort weiträumig ab. Aufgrund des Tathergangs mussten die Beamten berücksichtigen, dass es sich um einen Anschlag handeln könnte. Deshalb war eine besondere Vorsicht und Umsicht am Tatort geboten.

Bei der ersten Inaugenscheinnahme des Tatfahrzeugs erkannten die Beamten mehrere Drähte, die zum Teil ins nicht einsehbare Fahrzeuginnere führten. Um eine Gefährdung für die Anwohner und die Einsatzkräfte auszuschließen, untersuchten Experten des Landeskriminalamts aus Düsseldorf intensiv das Fahrzeug. Erst nachdem die nötige Sicherheit gegeben war, konnten die Ermittler das Fahrzeug durchsuchen. Neben der bereits sichergestellten Tatwaffe lagen noch eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend sogenannter Polenböller im Campingbus.

„Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen handelt es sich bei dem Fahrer vermutlich um einen 48-jährigen Mann aus Münster „, äußerte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt für die Staatsanwaltschaft Münster. „Bislang liegen keine Hinweise auf einen möglichen Hintergrund für die Tat vor. Die Ermittlungen werden mit Hochdruck und in alle Richtungen geführt.“

Am Abend durchsuchten die Ermittler die (erste) Wohnung des vermutlichen Tatverdächtigen. Zunächst öffneten Spezialisten aus Sicherheitsgründen die Wohnungstür mit Hilfe von Sprengmitteln, anschließend nahmen die Ermittler die Räume in Augenschein. Sie fanden dabei unter anderem weitere Polenböller und eine Dekowaffe (unbrauchbar gemachte Maschinenpistole TYP AK 47).

„Wir haben zur Unterstützung Polizisten aus ganz Nordrhein-Westfalen angefordert, um alle notwendigen Maßnahmen zur Aufklärung dieser schrecklichen Tat zu ergreifen“, erläuterte der Einsatzleiter Polizeidirektor Martin Fischer im Polizeipräsidium. Bereitschaftspolizisten sperrten dabei den Tatort weiträumig ab, Kriminaltechniker sicherten die Spuren und Ermittler gingen zahlreichen Hinweisen nach.

Dabei lobte der Einsatzleiter das besonnene Verhalten der Münsteraner Bürger unmittelbar nach der Tat: „Die Polizei konnte die notwendigen Maßnahmen schnell und reibungslos treffen, alle haben sich vorbildlich verhalten und den Tatortbereich sehr schnell verlassen. Mittlerweile laufen viele Hinweise zur Tat bei der Polizei Münster ein. Das Bundeskriminalamt hat im Internet ein Hinweisportal geschaltet. Unter der Adresse https://www.bka-hinweisportal.de können Videos oder Fotos, die im Zusammenhang mit der Tat stehen, hochgeladen werden.

„Allein die Tatortaufnahme wird viel Zeit in Anspruch nehmen“, sagte Fischer. „Wir brauchen Zeit, die Spuren auszuwerten und die Ergebnisse der Ermittlungen zusammenzuführen.“ Auch am Sonntag sind Behinderungen oder Einschränkungen in Münsters Innenstadt aufgrund der andauernden Tatortaufnahme möglich.

Laut Zeugenaussagen aus anderen Quellen soll noch nach zwei weiteren Täter gesucht werden, die aus dem Transporter geflohen sein sollen.
Ersten Berichten zufolg soll es sich beim Täter möglicherweise um einen psychisch labilen 48-jährigen Deutschen ohne Migrationshintergrund namens Jens R. handeln.
Die Polizei rief mehrfach dazu auf, die Innenstadt von Münster zu meiden und Spekulationen über den Tathintergrund in den sozialen Netzwerken zu unterlassen. Der Tathergang läßt eine Nachahmertat nach islamistischem Vorbild vermuten, die Mainstream-Medien bemühen sich derzeit, den Täter in ein politisch rechtes Umfeld zu rücken, obwohl er den Behörden als Extremist unbekannt ist.
Die Innenstadt wurde ab der Lambertikirche gesperrt. Am Nachmittag wurde eine geplante Demonstration von 1500 Kurden durch die Innenstadt abgesagt.
Die Polizei hat ein Hinweistelefon unter der Nummer 08003040303 geschaltet unter der sich Zeugen des Vorfalls melden können.

Täter hatte 4 Wohnungen – Gasflaschen, Kanister mit Bioethanol und Benzin gefunden
[Update 8.4.2018] Mittlerweile steht fest, dass der 48-jährige Täter aus Münster neben 2 Wohnungen in Münster auch über zwei weitere Wohnadressen in Dresden und Pirna verfügte. Die Wohnungen wurden von der Polizei durchsucht. Die Durchsuchungsmaßnahmen in Münster und die Auswertung der Ergebnisse dauern noch an. In der Wohnung in Münster fanden die Ermittler am heutigen Tag mehrere Gasflaschen sowie Kanister mit Bioethanol und Benzin. Zu welchem Zweck der Täter die Stoffe in seiner Wohnung aufbewahrt hat, ist Gegenstand der Ermittlungen. „Bislang haben sich weiterhin keinerlei Hinweise auf eine politische Motivationslage des Täters sowie mögliche Mittäter ergeben“, sagte Polizeipräsident Hajo Kuhlisch heute in Münster. „Wir haben aber Hinweise darauf, dass die Ursachen für die Ausführung der Tat in seiner Persönlichkeit begründet sind.“

Der 48-Jährige war nach aktuellen Erkenntnissen zuvor fünfmal polizeilich in Erscheinung getreten. Drei Verfahren liefen bei der Staatsanwaltschaft Münster, zwei bei der Staatsanwaltschaft in Arnsberg. Die Verfahren betrafen Vorwürfe wegen Bedrohung (Tatzeitpunkt: 19.11.2014, Verfahren der Staatsanwaltschaft Arnsberg), unerlaubten Entfernens vom Unfallort (Tatzeitpunkt 16.04.2015), der Sachbeschädigung (Tatzeitpunkt 16.06.2015), der Bedrohung (Tatzeitpunkt 09.07.2016, Verfahren der Staatsanwaltschaft Arnsberg) sowie des Betruges (Tatzeitpunkt, 09.11.2016). „Die Verfahren der Staatsanwaltschaft Arnsberg betrafen jeweils Auseinandersetzungen im familiären Bereich“, erläuterte Leitende Oberstaatsanwältin Elke Adomeit von der Staatsanwaltschaft Münster. „Sämtliche Verfahren wurden mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.“

Ende März meldete sich der Täter per Email unter anderem bei einem Nachbarn. Aus dem Inhalt ergaben sich vage Hinweise auf suizidale Gedanken, aber keinerlei Anhaltspunkte für die Gefährdung anderer Personen. Die Polizei erhielt Kenntnis über die Email und suchte die Anschrift des Täters auf. Polizeibeamtinnen und -beamte trafen jedoch an der Wohnanschrift niemanden an. Nachbarn gaben an, die Person bereits längere Zeit nicht mehr gesehen zu haben. Aufgrund der weiteren Wohnanschriften in Dresden und Pirna wurde auch die dort zuständige Polizei über den Sachverhalt informiert. Auch dort wurde die Person nicht angetroffen. Weitere Erkenntnisse über den Verbleib des Täters konnten durch die Polizei bis zum Tatzeitpunkt nicht ermittelt werden. Die Stadt Münster hat mitgeteilt, dass der Täter zu dieser Zeit Kontakte zum Gesundheitsamt hatte. „Wir konzentrieren uns jetzt mit unseren Untersuchungen insbesondere darauf, ein möglichst umfassendes Bild über das Verhalten des Täters in den Vorwochen zu erhalten, um dessen Motivation für die schreckliche Tat zu ermitteln“, erläuterte Kuhlisch das weitere Vorgehen. „Doch das benötigt Zeit. Diese Zeit müssen wir uns nehmen, um möglichst lückenlos aufzuklären.“

Rätselhafte Videos aufgetaucht

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