„NSU“: Verteidiger plädiert für höchstens 10 Jahre Haft

In ihrem Plädoyer erklärte die Bundesanwaltschaft am 25. Juli 2017, die Anklage gegen Beate Zschäpe habe sich im Wesentlichen bestätigt, sie sei Mitgründerin und Mitglied der terroristischen Vereinigung NSU gewesen und als Mittäterin für deren Taten verantwortlich.

The Show must go on?
Bereits am 12. September 2017 forderte die Bundesanwaltschaft eine lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.
Das will die Verteidigung vorgeblich vermeiden und stellt dazu interessante Thesen in ihrem Plädoyer auf, die alles andere als hilfreich für die Angeklagte sind – es sei denn, sie soll damit davor geschützt werden, im Falle eines Freispruchs das Opfer eines Rachemordes zu werden. Man erinnere sich: Zschäpe stellte sich selbst unter den Schutz der Polizei und die Zweifel an den Selbstmorden ihrer beiden Kumpels sind keinesfalls überzeugend ausgeräumt.
Die Zschäpe-Verteidiger Hermann Borchert und Mathias Grasel führen für Zschäpe zwar ein Leben im Untergrund an, aber ohne Beteiligung an den Morden und fordern höchstens 10 Jahre Haft wegen Brandstiftung und anderen Delikten. Dabei hat sich Zschäpe selbst dazu nie bekannt und die Indizien sind nicht nur in den Mordfällen, sondern insgesamt nur als schwammig zu bezeichnen.
Die WELT dazu: „Dieser Verteidiger ist eine Katastrophe für Zschäpe, Anwalt Hermann Borchert schadet Beate Zschäpe – davon ist WELT-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen überzeugt“.
Gänzlich ausgespart bleiben offensichtlich die Dubiositäten der Geheimdienste im Umfeld.

Zschäpes Einlassungen sind genauso unglaubwürdig, wie ganze NSU-Geschichte
Kommentar Georg Lehle (Friedensblick):

Rechtsextreme sollen (von ihnen geheimgehaltenen) Rechtsterrorismus über Jahre begangen haben, ohne dass einer der unzähligen Informanten/Spitzel was bemerkte und sie verraten hat, ohne dass ein „Nazi“ an den 29 Tatorten irgendwelche Indizien hinterließ (Wolfgang Wilfling: „NSU war nicht erkennbar„)!

Kein Problem, denn die Lehre des „NSU-Terrors“ ist, dass „Nazi-Mörder“ keine Spuren hinterlassen!

Dann tauchen die Beweismittel ab dem 04.11.11 alle auf einmal auf, z. T. neben den toten Haupttätern, die sich nicht (mehr) verteidigen können. Die Comicfigur Paulchen Panther bekennt sich als NSU-Vertreter zu den Verbrechen und der Bundestag beschließt am 22.11.2011 einstimmig, dass eine „Neonazi-Bande“ die Täterin gewesen wäre. Seitdem suchen diverse Untersuchungsausschüsse erfolglos nach Indizien für diese Behauptung.

2015 bestätigte Beate Zschäpe, dass die Morde von Mundlos/Böhnhardt begangen wurden, ohne dafür „Täterwissen“ preiszugeben. Im Gegenteil ihre Ausführungen enthalten Fehler, wie zum Beispiel die Brandstiftung mit Benzin oder, dass sie die Paulchen Panther-Filme in den Briefkasten vor der Türe geschmissen hätte. Sie erfuhr von den Verbrechen aber nur hinterher und drückte danach immer ihre Missbilligung aus. Daher fordern ihre Verteidiger Freisprüche vom Mord- und Bombenvorwurf, obwohl Beate Zschäpe mit den beiden Männern zusammenlebte, von deren Morden (nachträglich) erfuhr und ihre Filme am 04.11.11 verschickte hätte.

Mit ihrer Aussage konnten erstmals die Verbrechen ernsthaft Böhnhardt/Mundlos zugeordnet werden, erst ab diesem Zeitpunkt muss sie als Mittäterin in Betracht kommen. Wie kommt eine Angeklagte dazu, sich massiv selbst zu belasten? Den Eindruck, dass sie ihre Seele entlasten wollte, macht sie auf mich nicht.

Um an sowas zu glauben, muss Du dafür Geld bekommen, etwa als Politiker oder Journalist!

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