Bertelsmann-Stiftung und Merkel erschrocken: Schon jeder Dritte ein „Populist“

Um dem „gefährlichen Denken“ der Deutschen auf die Spur zu kommen, gibt es das „Populismus-Barometer“ – veröffentlicht von der regierungstreuen Bertelsmann-Stiftung.

Und das kommt aus Sicht von Merkel, Steinmeier Maas und Co. zu erschreckenden Ergebnissen. 2018 sind 30,4 Prozent aller Wähler „Populisten“ – ein leichter Anstieg gegenüber dem Niveau von 2017. Auf der anderen Seite ist die Gruppe „eindeutig unpopulistischer Wähler“ von 36,9 auf aktuell 32,8 Prozent gesunken.

Die Lager zwischen „Gut“ (keine Populisten) und „Böse“ (Populisten) halten sich also inzwischen fast die Waage. Der Trend ist aber eindeutig: Die „Bösen“ werden wohl demnächst die „Guten“ überholen. Zeit also, für das Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und die Bertelsmann-Stiftung, Alarm zu schlagen. Und das taten sie heute und stellten ihr „Populismus-Barometer“ vor.

Natürlich gilt wie immer bei solchen Studien: Je ungebildeter, desto populistischer. Aber, ein kleiner Widerspruch: Die größten Verschiebungen verzeichneten die Autoren in der „politischen Mitte“ – immer mehr driften nach Rechts ab. An den „politischen Rändern“ zeigten sich im Vergleich zu 2017 dagegen kaum Veränderungen.
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Bertelsmann-Stiftung und Wissenschaftszentrum haben etwas Sensationelles herausgefunden: „Der zunehmende Populismus in der Mitte erhöhe in dieser Gruppe die Wahrscheinlichkeit, AfD zu wählen“, berichtet die Welt über das Barometer: „Rechte wählen AfD, weil sie rechts ist. Wähler der Mitte wählen AfD, weil sie populistisch ist“, sagte der WZB-Demokratieforscher und Mitautor der Studie, Wolfgang Merkel, dessen Namensgleichheit mit der Bundeskanzlerin nur ein Zufall ist. Er redet aber fast genauso wie sie: „Populismus ist damit das Trojanische Pferd der AfD in der politischen Mitte.“

Und für seine Namensvetterin hat Merkel noch eine Beruhigungstablette: Sieben von zehn Wahlberechtigten (71 Prozent) würden nach eigenen Angaben „auf keinen Fall“ ihr Kreuz bei der AfD machen. Und dann kann sein Mitautor Robert Vehrkamp von der Bertelsmann-Stiftung auch sofort den im Kanzleramt beliebten Vergleich mit der NPD heranziehen: „Mit dieser Ablehnung liegt die AfD in etwa auf dem Niveau der rechtsextremen NPD.“ Beruhigungspille Nummer zwei: „Auch für die AfD gibt es in der Wählermobilisierung eine ,gläserne Decke‘ – und die hängt sehr viel tiefer als bei allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien.“

Die Erkenntnisse beruhen auf einer Online-Umfrage von Infratest Dimap, an der im Mai und August jeweils rund 3400 Wahlberechtigte teilgenommen hätten. Demzufolge könnten „sozialpolitische Gerechtigkeitsthemen“ dem Trend zu mehr Populismus entgegenwirken. Dass Martin Schulz und die SPD mit dieser Strategie bei der Bundestagswahl vor einem Jahr eine brutale Bauchlandung hingelegt haben, scheint den Populismus-Forschern entgangen zu sein.

Als Populismus definieren die Autoren der Studie eine bestimmte Idee von Demokratie, die durch die Unterscheidung zwischen einem „wahren Volk“ und „korrupten Eliten“, der Idee eines allgemeinen Volkswillens und der Idee gesellschaftlicher Homogenität bestimmt sei. (WS)

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Ein Gedanke zu “Bertelsmann-Stiftung und Merkel erschrocken: Schon jeder Dritte ein „Populist“

  1. Der Begriff Populismus stammt von lateinisch populus ‚Volk‘

    Ja, wir sind die Populisten, wir sind das Volk!

    Das brave Deutsch-Michl-Volk wacht langsam auf!

    Gut so – weiter so!

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