Feind, Todfeind, Parteifreund

Nachdem Schleswig-Holsteins AfD ihre Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein aus der Landtags-Fraktion ausgeschlossen und sie damit ihre rückgratlose politische Unfähigkeit offenbart hat, hat nun Doris von Sayn-Wittgenstein daraus ihre Konsequenzen gezogen und hat ihren Landesvorsitz niedergelegt.

Das Ganze erinnert stark an die Personalquerelen, deren ähnliche Machart aus Neid und Mißgunst seinerzeit zum Absturz der Republikaner geführt hat. Zu viele hören das Gras wachsen, sehen, welche Summen „oben“ kassiert werden und wollen ohne Rücksicht auf Verluste nur deshalb an die Fleischtöpfe der Macht. Sie bemerken zur Freude der politischen Gegner nicht einmal, daß sie damit selbst den Nachweis für ihre eigene Unfähigkeit für ein politisches Mandat darlegen.

Auf ihrer Facebook-Seite gibt Doris von Sayn-Wittgenstein ihren Rücktritt wie folgt bekannt:

Mit Bedauern stelle ich fest, daß das derzeit in der Öffentlichkeit erzeugte Bild von meiner Person meinen Verbleib im Amt der Landesvorsitzenden der AfD Schleswig-Holstein in der Alternative für Deutschland unmöglich macht, ohne daß Amt und Partei Schaden nehmen.

Ich habe deswegen bereits am 19.12.2018 von diesem Amt Abstand genommen.

Ich weise erneut darauf hin, daß ich mit keiner meiner Aktivitäten nationalsozialistischem Gedankengut oder der Leugnung oder Verharmlosung des Holocaust oder anderer NS-Verbrechen Vorschub geleistet habe. Von Bestrebungen in Richtung NS oder Holocaustleugnung grenze ich mich entschieden ab.

Der Bundesvorstand hat nunmehr versucht, auf fragwürdige Weise dem weiterhin amtierenden Landesvorstand in meiner Angelegenheit eine Erklärung aufzuzwingen. Der Landesvorstand Schleswig-Holstein sollte – entgegen der öffentlichen Erklärung des Vereins Gedächtnisstätte e.V., wonach ich dort zu keinem Zeitpunkt als Mitglied geführt wurde – trotzdem meine Vereinsmitgliedschaft feststellen und den Widerruf meiner Parteimitgliedschaft erklären.

Aus den mir vorliegenden Informationen entnehme ich, daß dieses Vorgehen von einzelnen Abgeordneten der AfD-Landtagsfraktion in Kiel und deren Mitarbeitern gesteuert wird. Dies ist ein Schlag in das Gesicht eines jeden Parteimitgliedes in Schleswig-Holstein, das den jetzt amtierenden Landesvorstand gewählt hat.

Im Hinblick auf ein schwebendes Verfahren werde ich keine Erklärungen zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen abgeben.

Den Menschen im In- und Ausland, die mir auf vielfältige Weise ihre Solidarität bekundet haben, möchte ich an dieser Stelle danken.

Festzustellen bleibt: Ich hinterlasse ein bestelltes Haus!

Harmonische Zusammenarbeit im Landesvorstand, Ausgleich innerhalb des Landesverbandes und eine gemäßigte Sprache ohne verbale Entgleisungen waren die Basis für eine erfolgreiche Arbeit.

In meiner Zeit als Landesvorsitzende habe ich gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen den bis dahin desaströs geführten und an den Rand des Ruins herabgewirtschafteten Landesverband finanziell und strukturell konsolidiert.

Mit seinem ersten Beschluss anerkannte dieser Landesvorstand die Desiderius-Erasmus-Stiftung Schleswig-Holstein, die von rührigen Mitgliedern gegründet worden war, als parteinah. Aus dieser Stiftung ging später die Bundesstiftung der AfD hervor, die vom Bundesparteitag in Hannover ebenfalls als parteinah anerkannt wurde.

Standen wir bei den Landtagswahlen 2017 hier in Schleswig-Holstein noch bei mageren 5,9 Prozent, errangen wir im Bundestagswahlkampf mit dem Einsatz von erheblich geringeren Mitteln als während des Landtagswahlkampfes schon 8,2 Prozent der Wählerstimmen und liegen derzeit mit 11 Prozent Wählerpotential im Trend.

Der Mitgliederzuwachs liegt im Vergleich deutlich über dem anderer AfD-Verbände in Nord-Deutschland. Ein Ergebnis, das unmittelbar auf die erfolgreiche Arbeit des Landesvorstandes zurückzuführen ist.

Ich danke meinen ehemaligen Vorstandskollegen für eine gute, sachorientierte Zusammenarbeit und wünsche mir, dass die Parteimitglieder in Schleswig-Holstein diesem Vorstand weiterhin ihr Vertrauen schenken.

Er hat es nach meiner tiefsten Überzeugung verdient.

Siehe auch:

 

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Ein Gedanke zu “Feind, Todfeind, Parteifreund

  1. Offenbar sind auch fanatisierte Gralshüter der politischen Korrektheit fest in der AfD etabliert, die gut dressiert über jedes Stöckchen springen.
    Übelst das Verhalten der „Großkopferten“ in der AfD, die nur zu gerne fähigste Kollegen wegbeißen. Es ist kein Zeichen politischer Gesundheit, sich an eine zutiefst gestörte Gesellschaft anpassen zu wollen.

    Anstand, Fairness, Engagement für das deutsche Volk ist etwas sehr Kostbares. Man muß sehr sparsam damit umgehen. Das ist leider mehr und mehr auch das Motto der AfD.

    Wie lange ist die AfD noch eine Alternative zu den System-Altparteien? Das fragen sich mehr und mehr enttäuschte AfD-Wähler, bei diesen wenig nachvollziehbaren Zank-Orgien dieser Partei.-

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