Erzbischof von Berlin vergleicht Klima-Greta mit Jesus

Palmsonntag: Keiner erinnerte den Bischof daran, dass Karwoche und nicht Karneval ist

(David Berger) Anlässlich des heutigen Palmsonntags hat der katholische Oberhirte von Berlin die Klima-Aktivistin Greta Thunberg mit Jesus verglichen. Dem Rbb sagte er: „Mich erinnern die Freitagsdemos ein wenig an die biblische Szene vom Einzug in Jerusalem.“

„Erst Nobelpreis, dann Prophetin, jetzt Jesus, was kann da noch kommen? Dieses links-grüne, kirchliche Bodenpersonal ist so peinlich, Jesus würde diese verkommene, dekadente Bagage….“ schreibt ein Twitter-User. Und der bekannte Publizist Alexander Kissler bemerkt kurz: „Leider dumm. Leider peinlich. Leider von Erzbischof Koch.“

Worum geht es? Der Berliner Erzbischof Heiner Koch, unter seinen Mitbrüdern bislang eher ein graues Mauerblümchen, wollte diese ganz offensichtlich an Zeitgeistergebenheit noch übertreffen, indem er Klima-Greta allen ernstes mit Jesus verglich.
Palmsonntag als Anlass

Anlass war ihm dabei der heutige Palmsonntag, mit dem die heiligste Woche im Kirchenjahr beginnt: Wie Jesus im Triumph unter den Hosianna-Rufen der Menschen in Jerusalem eingezogen sei, während diese ihm Palmzweige streuten und ihn als Messias feierten, so würde Greta nun – von Politikern und Klimaaktivisten gefeiert – durch die Lande ziehen.

Fairerweise muss man sagen, dass es Koch nicht darum ging, Greta Thunberg zu einem weiblichen Messias zu erklären: „Ich möchte jedoch daran erinnern, dass unsere Gesellschaft und auch unsere Kirche von Zeit zu Zeit echte Propheten braucht, die auf Missstände und Fehlentwicklungen hinweisen und Lösungswege vorschlagen.“

Peinlich missverständlich

Oder um es kurz zu sagen: Peinlich missverständlich hat sich der Erzbischof bemüht, das Evangelium irgendwie zu verheutigen. Und das ist – wie so oft – gründlich in die Hose gegangen. Sodass jetzt nur noch die Schlagzeile in Erinnerung bleiben wird: „Bischof Koch vergleicht Greta mit Jesus“. Und der Erzbischof das Stigma eines von seinem Amt überforderten Dummkopfs – nach dem Stil eines Franziskus – so schnell erst einmal nicht loswird.

Aber darauf kommt es bei dem gegenwärtigen Zustand einer „bescheidenen Kirche“, die sich vor allem durch intellektuelle Bescheidenheit auszeichnet, wohl nicht mehr wirklich an.

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