Mordfall Lübcke: Tatverdächtiger legt Geständnis ab

V-Mann und Walter Lübckes bester Freund zweifeln jedoch an Schuld von Stephan Ernst.

Der des Mordes am Walter Lücke verdächtige Stephan Ernst hat Berichten zufolge gestanden, den Regierungspräsidenten als Reaktion auf Äußerungen des CDU-Politikers in der Asyldebatte getötet zu haben.

Die Polizei hatte in Hessen den 45 Jahre alte Stephan Ernst festgenommen, der dringend tatverdächtig ist, den CDU-Politiker Walter Lübcke erschossen zu haben. Die Polizei sei auf seine Spur aufgrund von DNA-Beweisen gekommen.
Lübcke sorgte am 14. Oktober 2015 in einer Bürgerversammlung wegen einer Erstaufnahmeunterkunft des Landes Hessen in Lohfelden mit der Äußerung „Es lohnt sich, in unserem Land zu leben. Da muss man für Werte eintreten, und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen“ bei den mit der Asylpolitik unzufriedenen Bürgern für Unmut, nachdem aus deren Reihen Lübcke mehrmals beschimpft und unterbrochen wurde.

Lübcke starb an einem Schuss aus nächster Nähe in den Kopf, wie die Kasseler Staatsanwaltschaft und das hessische Landeskriminalamt am Montagabend mitteilten.
Eine 20-köpfige Sonderkommission wurde eingesetzt, um die Tat aufzuklären.

Nachdem am Sonntag einem Ermittlungsrichter vorgeführt wurde, erließ dieser einen Untersuchungshaftbefehl.
Die Süddeutsche Zeitung und der Tagesspiegel berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Tatverdächtige vermutlich früher Kontakte in die rechte Szene gehabt habe. Allerdings sei unklar, ob Lübcke aus einem rechtsextremen Motiv getötet worden sei.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte sich zu den Medienberichten äußern.
Bekannt soll sein, daß schon zu Lebzeiten Lübcke Morddrohungen erhalten hatte.
Nach seinem Tod nahmen hämische Reaktionen im Internet zu und sorgen für Empörung.

Mordfall Lübcke: V-Mann und der bester Freund Walter Lübckes zweifeln an Schuld von Stephan Ernst
Rainer Hahne, Lübckes bester Freund, äußerte im Gespräch mit der „Welt“ seine Bedenken, dass Stephan E. der Täter wäre. Auch ein V-Mann, der Stephan Ernst kannte, zweifelt laut EpochTimes an ihm als Täter.

Der Tatvorwurf gegenüber Stephan E. basiert offenbar einzig und allein in einer seiner Hautschuppen, die man auf Lübckes Kleidung fand.
Doch während es sonst in Kriminalfällen ohne eindeutige Beweislage üblich ist, nicht den vollen Namen in der Berichterstattung anzugeben, das Gesicht unkenntlich zu machen und die Privatsphäre des Tatverdächtigen zu schützen, zeigen sich die Medien bei „Stephan E.“ wenig zurückhaltend.

So ist selbst das Wohnhaus, wo Stephan Ernst mit Frau und Kindern vor der Verhaftung lebte, Bestandteil mancher Berichte.
Dabei gibt es mehrere Stimmen die in Frage stellen, dass die Tat dem rechten Milieu und Stephan Ernst zuzuordnen sei.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es der Stephan war. Da müssen höhere Mächte im Spiel sein“, so beispielsweise Ex-V-Mann Benjamin G. zur Bild-Zeitung, der zwischen 2003 und 2006 vom hessischen Verfassungsschutz als V-Mann geführt wurde.

Auch Rainer Hahne, Lübckes bester Freund, äußert im Gespräch mit der „Welt“ seine Bedenken, dass Stephan Ernst der Täter wäre.
So heißt es dort, dass Hahne an einen Täter in der rechten Szene trotz Drohungen nicht so wirklich glaube.
Hahne erklärte, Walter Lübcke müsse den Täter gekannt haben: „Der hätte keinen Fremden so nah an sich herangelassen, der mitten in der Nacht auf seiner Veranda auftaucht.“

Ersthelfer verwischte auf der Terrasse Spuren
Auffällig ist auch, daß Walter Lübcke den Täter so nah an sich heranlassen mußte, dass eine Hautschuppe an die Kleidung kommen konnte.
Denn laut den Berichten soll kein Kampf zwischen Täter und Opfer stattgefunden haben.
Walter Lübcke müßte demnach den Täter gekannt haben.

Recht schnell wurde nicht nur der Verdacht verbreitet, daß es sich um eine rechtsextremistische Tat handeln müsse, auch gab es eine Woche nach der Tat eine erste Festnahme.
Florian A. wurde eine Woche nach der Tat per SEK-Einsatz am Nordseehafen Harlesiel festgenommen.
Er wurde jedoch kurze Zeit später wieder freigelassen.
Man hatte keine Tatwaffe bei ihm gefunden.
Frapant: Florian A. wart der Ersthelfer am Tatort, ist mit einem Lübckes Sohn befreundet und hat bosnische Wurzeln.
Er soll auch von Walter Lübcke eine „Schrottimmobilie“ in Istha gekauft haben.

Wie Nachbarn gegenüber der „Welt“ berichteten, wurde von Florian A., Blut von der Terrasse mit einem Felgenreiniger aufgewischt.
Vor allem, so heißt es in dem „Welt“-Artikel, um der Familie den Anblick zu ersparen.
Jedoch wurden dadurch möglicherweise wichtige Spuren beseitigt.

Die „Hessische Niedersächsische Allgemeine“ schreibt, dass direkt vor Ort kein Hinweis auf ein Verbrechen entdeckt werden konnte – obwohl Florian A. Blut aufgewischt haben soll.
Erst Ärzten im Krankenhaus soll das Einschussloch im Kopf aufgefallen sein, das durch eine Kleinkaliberwaffe, die eher unüblich für einen Profi-Killer ist, verursacht wurde.

Was ist mit der Mafia?
Auf Wikipedia war kurz nach Lübckes Tod ein Eintrag zu lesen, der kurze Zeit später wieder gelöscht wurde, wonach behauptet wurde, dass Walter Lübcke sich mit der Kasseler Mafia angelegt hätte.
Diesen Wikipedia-Eintrag wurde auch am 7.6.19 vom „Spiegel“ aufgegriffen.

Es gibt deshalb noch viele Fragezeichen in diesem Fall.
Nicht bekannt ist, auf welchen Druck und Beweislage das Geständnis schließlich zustande kam.
Daß vor allem politisch motivierte Verdächtigungen bis zu Verbindungen zum „NSU“ in die Welt gesetzt werden, verwundert daher wenig.
Auch bereichern die „Qualitätsmedien“, allen voran die über Zwangsgebühren finanzierten Sender, wieder einmal mit politisch motivierten Fake-News die Szene.
So wurden Stephan Ernst Verbindungen zu einem Ableger der Vereinigung „Combat 18“, dem bereits im Jahr 2000 verbotenen rechtsextremen Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“ und die Teilnahme bei einem „Combat 18“-Treffen in Mücka nachgesagt.
Just der „Spiegel“ stellte dann doch klar, daß der „Tatverdächtige Stephan E.“ nicht beim „Combat 18“-Treffen in Mücka dabei gewesen sei.
Daß ausgerechnet Kassel und der Verfassungsschutz im rechtsextremistischen Lager eine besonders dubiose Rolle gespielt hatte, wird dabei ausgeblendet und die Frage, weshalb Teile der „NSU“-Akten für 120 Jahre gesperrt wurden, nicht beantwortet.
Und das im freiheitlichsten Land, das wir je auf deutschem Boden haben sollen…

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