„Vorsatz, aber kein Anschlag“

Auto rast in Rosenmontagszug, etliche Verletzte

Noch kennt keiner die Hintergründe des heutigen Zwischenfalls im nordhessischen Volksmarsen, wo ein 29-jähriger beim Rosenmontagszug in eine Menschenmenge raste und mindestens 30 Menschen verletzte, 7 davon schwer. Ausgerechnet am Rosenmontag wurden nun alle hessischen Faschingsumzüge abgesagt. Eines lässt sich schon jetzt festhalten: Unbeschwerte Lebensfreude, Feiern und öffentliche Ausgelassenheit sind in Deutschland nicht mehr möglich.

Die wie üblich nach Salamitaktik praktizierte Informationspolitik der Polizei brachte so noch nie gehörte Verlautbarungen hervor wie etwa die, es habe sich zwar um „Vorsatz“, aber „um keinen Anschlag“ gehandelt. Ob solche kryptischen Aussagen nicht eher dazu angetan sind, erst recht Spekulationen über einen bestimmten Täterhintergrund zu schüren, das muss sich die Kasseler Polizei selbst beantworten: Denn definitionsgemäß ist eine vorsätzliche Gewalttat gegen wildfremde Menschen, die auf maximale Schädigung ausgerichtet ist, immer ein Anschlag – es sei denn, Täter und Opfer stünden in Beziehung zueinander.

Soll hier lediglich aus Rücksichtnahme, durch bewusste begriffliche Abgrenzung vom Hanau-Massaker, der „Anschlags“-Begriff vermieden werden – oder befürchtet die Polizei anhand irgendwelcher unveröffentlichter Hintergründe zum Täter, wieder einmal „Ressentiments“ der falschen Seite zu schüren, sollte es sich bei diesem etwa um einen Deutschen mit Migrationshintergrund oder Muslim handeln (so wie im Netz bereits schon wieder wild spekuliert wird)? Es scheint, als misstrauten die Behörden der Bevölkerung, und als dürften Hintergrundinfos zu den Kehrseiten des besten Deutschlands aller Zeiten nur in sorgsam gefilterten Dosen an die Öffentlichkeit gelangen. Auch Polizisten, so hat man den Eindruck, verstehen in diesem Staat die Welt nicht mehr, wundern sich, was ihre heutigen Tätigkeiten noch mit den Aufgabenbereichen gemein haben, für die sie einst den Beruf gewählt hatten. Selbst den Polizeiberichten ist bei Anlässen wie heute anzumerken, wie verstört und verunsichert die Sicherheitsorgane sind, das falsche zu tun oder auszusprechen.

Ganz Deutschland wird langsam zur Hochrisikozone

Für Mutmaßungen ist es zu früh – doch eines lässt sich auch nach diesem Tag wieder konstatieren: Deutschland wandelt sich immer mehr in eine Hochrisikozone; die unbeschwerten Tage der alten Bundesrepublik sind unter der Kanzlerschaft Angela Merkel endgültig Geschichte geworden. Als Folge der immer rasanteren gesellschaftlichen Veränderungen, eines durch die primären Lügen des politischen Raums nachhaltig vergifteten Klimas und einer völlig unverantwortlichen Politik werden inzwischen alle einstmals vertrauten, sicheren Räume, in denen Gemeinschaft stattfand, zu faktischen No-Go-Areas, die man jedenfalls nicht mehr ohne mulmiges Gefühl betreten kann. Nach öffentlichen Silvesterfeiern, fröhlichen Volksfesten und Weihnachtsmärkten trifft es jetzt auch den Karneval.

Und welche Konsequenzen die „Einzelfälle“ dann in ihrer Gesamtheit entfalten, wird spätestens an den hysterischen Gegenmaßnahmen deutlich. Am Ende sind nämlich all jene die Leidtragenden, die noch mit Lebenfreude und Fröhlichkeit, im Festhalten an Traditionen dem Wahnsinn trotzdem wollen – denn auch ihnen wird die Party versaut: Noch am Rosenmontag wurden als Reaktion auf den Volksmarsener Auto-Anschlag alle Rosenmontagsumzüge in Hessen „vorsichtshalber abgebrochen“ wie die Polizei Westhessen über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Bleibt als bitteres Zwischenfazit, was immer in den nächsten Stunden nun noch ans Licht kommen wird: Anarchie und Gewalt erobern den öffentlichen Raum – eine Folge des Zerfalls einer Gesellschaft, die keinen inneren Zusammenhalt mehr kennt. Die heutigen Gegensätze laufen nicht mehr wie einst entlang sozialer Schichten oder Bildungsunterschiede, sondern zwischen einzelnen kulturellen Milieus, Ethnien und politischer Ideologien.

Folgen der Spaltung
Im Staate Merkel werden sich die einzelnen Bevölkerungsgruppen immer suspekter, von Tag zu Tag mehr spinnefeind, Misstrauen und Argwohn bestimmen die Agenda, Meinungslager wiegeln sich gegenseitig auf, Hetze gegen Oppositionelle gehört zur Staatsräson, was wiederum Zorn und Gegenreaktionen der Ausgegrenzten provoziert. Es ist eine verhängnisvolle Entwicklung und Folge einer immer schlimmeren Spaltung. Je lauter die Regierung das Hohelied vom „zivilgesellschaftlichen“ Miteinander und Integration singt, umso deutlicher treten die Diskrepanzen zutage.

Was immer auch der Grund für das heutige Ereignis in Volksmarsen gewesen sein mag, ob „nur“ Frust, Alkohol, eine Beziehungstat oder doch Terror: Störfälle wie diese werden sich weiter häufen, und es geht mittlerweile soweit, dass man praktisch nirgends mehr vor Anschlägen und „Zwischenfällen“ sicher sein kann. Diese Gesellschaft ist kaputt, degeneriert, morsch bis in die Grundfesten, irreparabel beschädigt – und die Regierung trägt an diesem Zustand die Hauptschuld.

Sie kann und will nicht für Sicherheit sorgen, sie hat die einstige Idee der Volksgemeinschaft, des positiven Wir-Gefühls des Staatsvolks der Deutschen, das 2006 zu Zeiten des Sommermärchens auf dem Höhepunkt war, an allen Ecken und Enden sabotiert und verraten.

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