Lauterbach gerät in Panik

Linke beenden mit Superspreader-Demos die Pandemie

Superspreading statt Abstandhalten: „Silent Demo“ gestern in Berlin (Foto:ScreenshotYoutube)

Zigtausende Demonstranten auf engstem Raum, Umarmungen tränenüberströmter Hysteriker, Schulterschluss der Entrüsteten: Wenn die Hypermoral triumphiert und Deutsche „Haltung zeigen“, interessieren Nebensächlichkeiten wie Corona und Ansteckungsrisiken plötzlich nicht mehr. Überall in Deutschland gingen heute Tausende auf die Straße, um „Rassismus“ anzuprangern und um ein schwarzes Polizei-Opfer in den USA zu „trauern“.

Die von manchen (nicht allen) Demonstranten gut gemeinte Absicht dahinter, ein per Fernübertragung empfundenes, als medialer Narrativ in die Hirne getrichtertes Unrecht der Rassendiskriminierung anzuprangern, das in Deutschland überhaupt keine Entsprechung hat und eine solche hierzulande glücklicherweise mit der Lupe gesucht werden müsste, ändert nichts daran, dass es sich bei diesen Protesten um kaum erträgliche Heuchelei handelt, um einen kollektiven Wahn, eine „weiße Scham“, die ihrer Grundtendenz nach gar nicht rassistischer sein könnte. Denn wer als weißer Mitteleuropäer wildfremde Menschen umarmt, vor ihnen niederkniet oder um „Vergebung“ bittet, nur weil sie schwarz sind, betreibt die schlimmstdenkbare Reduzierung eines Individuums auf seine Hautfarbe.

Doch dies einmal beiseite gelassen, so ist doch eines erstaunlich, wenn man sich die unzähligen Bilder landauf, landab von den heutigen Kundgebungen und „Protesten“ anschaut: Für Linke und Gutmenschen, die sich neben imaginären Kampfabzeichen für erfolgreich absolvierte Fronteinsätze für Flüchtlingsaufnahme, gegen „Klima-Holocaust“ und gegen „Antifaschismus“ jetzt auch noch die Ehrennadel für ihr Engagement gegen „Antirassismus“ ans Revers heften dürfen, gelten in diesem Land anscheinend grundlegend andere Regeln.

Es ist keine zwei Wochen her, da schäumten Politiker der Altparteien und die Haltungskanäle der Medien der vor Empörung und Zorn über die Rücksichtslosigkeit der „Covidioten“, der „Verschwörungstheoretiker“, der „unverantwortlichen Wutbürger“, die sich bei ihren Corona- oder Hygiene-Demos angeblich nirgends an Abstandsgebote und Kontaktbeschränkungen hielten. Demonstrationsverbote und saftige Bußgelder forderten nicht nur in den Hotspots Hamburg und Stuttgart echauffierte Landespolitiker; auch die Bundeskanzlerin brandmarkte mit deutlichen Worten die missliebigen Aktionen.

Gute Demos, schlechte Demos

Gegen das, was sich heute vor allem in Berlin abspielte, waren selbst die ärgsten Demos gegen die Grundrechtsbeschränkungen eine wahre Eremitage. Um 14 Uhr startete dort einer der landesweit zahllosen „Trauerfeiern“, hier als „Silent Demo“ angekündigt, mit denen des in Minneapolis aus unter noch immer nicht geklärten Umständen durch Polizeigewalt zu Tode gekommenen George Floyds gedacht werden sollte; die in schwarz gewandeten Demonstranten brachen das „Schweigen“ jedoch durch lautstarke Skandieren von Parolen wie „No justice, no peace“ oder „Fuck Donald Trump“, wie auch die „B.Z.“ berichtete.

Vor allem aber hielt sich – hier wie bei den zahllosen, fast überall in Deutschland stattfindenden vergleichbaren Kundgebungen (alleine in Berlin gab es über 30 weitere) – so gut wie kein Mensch mehr an die Kontakt- und Abstandsregelungen. Statt 1500 Teilnehmern kam das Zehnfache – die Polizei zählte über 15.000, die ihre Massenpsychose auf Tuchfühlung, ohne jeden Gedanken an Corona oder Ansteckungsgefahr zelebrierten. „Wir wollen gemeinsam weinen, schreien und heilen“, rief eine Rednerin, und Teilnehmer stammelten unter Tränen, man müsse ein „Zeichen gegen Rassismus“ setzen.

Das Virtue-Signaling, das selbstgerechte öffentliche Bekenntnis zur richtigen Grundgesinnung, braucht anscheinend gar keinen konkreten Anlass von „Rassismus“, den es in Deutschland auch gar nicht gibt. Es genügt, sich als Weißer, als Europäer, als Nachfahre von Kolonialherren „schuldig“ zu fühlen. Nichts fehlt sich heutzutage besser an, als mit „Black Lives Matter“ unter seinesgleichen eine psychologisch ähnliche Gruppenerfahrung zu durchleben, für die vor 80 Jahren dieselben Deutschen im Braunhemd und mit Fackeln in der Hand marschierten.

„Black Lives Matter“, schwarze Leben zählen – das bedeutet für jene, die hier „Haltung“ bekunden, offenbar, dass alle anderen Leben auf einmal nichts mehr zählen. Covid-19-Opfer und Risikogruppen, denen in den vergangenen Monaten doch das gesamte Augenmerk der Gemeinschaft galt, zu deren präventivem Schutz das öffentliche Leben heruntergefahren und die Wirtschaft verbrannt wurde – an sie denkt keiner mehr, wenn es die nächste große Gesinnungsparty ansteht – nach Fridays-for-Future und „Wir sind mehr“.

Auch Hohepriester der harten Corona-Maßnahmen und SPD-„Gesundheitsexperte“ Karl Lauterbach ließ – wenn auch nur im übertragenen Sinn – die „Maske fallen“ und bekundete seine Sympathie mit den Demonstranten – wenngleich er auch die Superspreader-Gefahr verdruckst ausdrückte:

Anscheinend lautet Lauterbachs Motto: Linksextreme sollen bitte gut auf sich aufpassen, damit sie sich nicht gegenseitig anstecken. Nach seinen kompromisslosen, zornerfüllten Invektiven gegen die Corona-Demonstranten im Mai lässt dieser Tweet Lauterbachs nur den Schluss zu, dass anscheinend doch Kompromisse gemacht werden können: Rassismus bekämpfen ohne „vermeidbare Corona-Tote“, das bedeutet also: Der Aufstand ist gut, gerecht, sinnvoll, doch die Verluste sollen bitteschön in Grenzen gehalten werden.

Der Rechtsstaat und seine Normen sind nicht nur für Lauterbach anscheinend flexible Verhandlungsmasse, die je nachdem verschärft angewandt oder eben aufgeweicht oder gleich ganz suspendiert werden dürfen, wer sie gerade bricht. Es wird sicherlich interessant werden zu sehen, wer von den heutigen massenhaften Auflagenbrechern ein Bußgeld erhält oder wer von ihnen, wenn es demnächst zu neuen Corona-Ausbrüchen kommt, in Quarantäne muss. Beides scheitert schon daran, dass hier nicht nur keinerlei Identitätsnachweise geführt werden (anders als bei jedem Cafébesuch), sondern dass die Polizei auch ohnmächtig dem Treiben zusehen musste. Und von den Ordnungsbehörden im linksgrünen Berlin war sowieso kein Einschreiten zu warten.

Im Gegenteil: Die Polizei sah sich heute stattdessen überall massiven Anfeindungen ausgesetzt – so als hätten deutsche Polizisten George Lloyd und Dutzend andere Schwarze malträtiert oder den Protestierern „den Atem geraubt“ ( „I can’t breathe“). Die faktische Strafvereitelung im Amt angesichts der Untätigkeit gegenüber vieltausendfachen Ordnungswidrigkeiten und Verstößen gegen Corona-Auflagen war in vielen Fällen Folge des Umstands, die eigene Haut zu retten. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) twitterte den eingesetzten Beamten Mut zu:

(Screenshot:Twitter)

Der Berliner DPolG-Landesvorsitzende Bodo Pfalzgraf machte seinem Ärger auf den Senat Luft – und fragte an die Adresse von Innensenator Andreas Geisel gerichtet, ktuell auf dem Alexanderplatz in Mitte: „Sind die Abstandsregeln heute ausgesetzt? Das bekommen sie mit schwachen Coronaregeln und ohne Unterstützung von Bund und Ländern dauerhaft nicht in den Griff! Hauptsache wir tragen beim Friseur alle eine Maske!“ so DPolG Landesvorsitzender Bodo Pfalzgraf.

In der Tat machten die heutigen Demonstrationen endgültig deutlich, dass die Corona-Auflagen eine Farce sind und nun endgültig eingestampft gehören. Wer mit solchen Massenveranstaltungen – von deren absurden Protestzwecken einmal ganz abgesehen – kein Problem hat, der kann Menschen nicht ernsthaft zum Maskentragen in Geschäften, zur Gruppenbeschränkung beim Essengehen, zu massiven Eingriffen in ihre Datenschutzrechte zwingen.

Und vor allem: Der kann sich auch nicht mehr dagegen aussprechen, dass in deutschen Fussballstadien Besucher auf Sitzplätzen erlaubt werden, wenn gleichzeitig zigtausende auf engstem Raum ihre korrekte Gesinnung zelebrieren. (DM)

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