CDU-Amthor: 3.000 Euro monatlich

Er kommt sich besonders clever vor, führt sich auf wie ein klugscheißender Jung-Abiturient und trägt eine den intellektuellen Schlaumeier suggerierende Brille zur Schau, hat es aber faustdick hinter den Ohren.

Fragwürdige Reisen und 3.000 Euro monatlich von US-Kanzlei: Amthor gerät immer stärker unter Druck

Es wird eng für Philipp Amthor (Screenshot:Youtube)

Das Eis wird dünn für die bisherige „Nachwuchshoffnung“ der CDU: Nachdem herauskam, dass Philipp Amthor neben seiner Tätigkeit für das US-Unternehmen Augustus Intelligence auch für die amerikanische Anwaltskanzlei White & Case arbeitete, schaltet sich jetzt auch die Bundestagsverwaltung ein – und prüft Compliance-Verstöße des scheinbaren „Überfliegers“. Konkret geht es um die Reisen Amthors in die USA.

Im Mittelpunkt stehen dabei Untersuchungen, ob und wie Flüge in die Staaten abgerechnet wurden und inwieweit die Tätigkeit für Augustus Intelligence mit den für deutsche Bundestagsabgeordnete geltenden Standards vereinbar war. Neben der Bundestagsverwaltung erhöhen auch Anti-Lobby-Organisationen den Druck auf den 27-jährigen Unionskarrieristen, der eigentlich als künftiger CDU-Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern gesetzt ist und ohne Gegenkandidat antritt, jüngster Landeschef aller Zeiten zu werden.

Daraus könnte, wenn es für Amthor ganz dick kommt, nichts mehr werden. Mit einer halbherzigen Entschuldigung und seiner Mitteilung, die fragwürdige Zusammenarbeit mit der US-Firma beendet zu haben, ist es nämlich beispielsweise für Abgeordnetenwatch.com noch nicht getan. Die Kontrollorganisation fordert Amthor auf, „vollständige Transparenz über seine Nebentätigkeiten zu schaffen“, wie der „Norddeutsche Rundfunk“ berichtet – denn inzwischen war bekanntgeworden, dass Amthor 3.000 Euro monatlich von der US-Wirtschaftskanzlei White & Case erhielt – und es sei in keiner Weise klar, wofür. Kanzleien seien oft „Einfallstore für Lobbyismus“, so die Organisation.

Doch auch die Initiative Lobby Control gibt keine Ruhe. Sie wirft Amthor vor, erhoben habe „mindestens den Eindruck von Käuflichkeit“ entstehen lasse. Und jetzt noch die Bundestagsverwaltung mit ihrer Prüfung von Amthors Geschäftsreisegebaren.

Angesichts des Gegenwinds brandet inzwischen auch aus Amthors CDU-Landesverband Kritik am designierten Vorsitzenden auf: Es sei „nicht gerade klug und clever“ gewesen, was Amthor sich geleistet habe, so Eckhardt Rehberg, der kommissarische CDU-Landeschef Mecklenburg-Vorpommerns, gegenüber „Bild„. (DM)

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