„Mädchen und junge Frauen schützen“

Eine frauenfeindliche und bestialische Tradition: Millionen von Mädchen und Frauen weltweit sind Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung.

Auch in Deutschland steigen die Betroffenenzahlen. Neuen Zahlen zufolge sind bis zu 14.880 Mädchen in Deutschland von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht. Die Bundesregierung setzt sich gegen diese Entwicklung ein.

In Deutschland leben knapp 68.000 Frauen, die das Martyrium einer Genitalverstümmelung durchlitten haben. Gleichzeit sind bis zu 14.880 hier lebende Mädchen von Beschneidung bedroht – darunter solche, die in zweiter Generation in Deutschland leben. Das sind die Zahlen einer aktuellen Studie, die das Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben hat.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey machte klar: „Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und eine archaische Straftat. Unser Ziel im Bundesfamilienministerium ist es, dass keine weiblichen Genitalverstümmelungen mehr in Deutschland stattfinden. Wir wollen Mädchen und junge Frauen davor schützen und ihnen Hilfe anbieten.“

Deutlicher Anstieg der Zahlen

Der deutliche Anstieg der Zahlen im Vergleich zur jüngsten Erhebung im Jahr 2017 liegt vor allem an der Zuwanderung in den vergangenen Jahren. Die meisten betroffenen Frauen und Mädchen stammten aus Eritrea, Somalia, Indonesien, Ägypten und Nigeria. Da in diesen Ländern die weibliche Genitalverstümmelung in der Tradition zumeist tief verankert ist, steht der Staat vor zwei großen Herausforderungen: Praktizierende Gemeinschaften direkt ansprechen zu können, um dann ein Unrechtsbewusstsein für diese Tat zu schaffen.

Was tut die Politik?
Bereits seit 2013 ist weibliche Genitalverstümmelung ein eigener Straftatbestand im deutschen Gesetzbuch, der eine mindestens einjährige Freiheitsstrafe nach sich zieht. Bestraft werden können Taten, die in Deutschland begangen wurden, und solche, die im Ausland stattgefunden haben.

Der Gesetzgeber setzt aber nicht nur auf Bestrafung, sondern auch auf Prävention. Bei einem begründeten Verdacht, dass eine Genitalverstümmelung im Ausland geplant ist, kann auch der Pass entzogen werden. Gleichzeitig werden Opfer nicht alleingelassen. So wurde beispielsweise die Studienordnung von Hebammen Anfang 2020 geändert, um Fachpersonal besser im Umgang mit betroffenen Frauen zu schulen.

Betroffene erhalten auch über das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 – 116 016. Unterstützung.

Was ist noch geplant?
Um die Communities besser zu erreichen, arbeiten Bund, Länder, Ärzteorganisationen und NGOs in einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Derzeit wird dort über die Einführung eines Schutzbriefes gegen weibliche Genitalverstümmelung diskutiert. Er soll dazu dienen, Familien, die in ihre Heimatländer reisen, durch die Information über drohende Gefängnisstrafen davon abzuhalten, eine Genitalverstümmelung im Heimatland durchzuführen. Durch den Verweis auf die strafrechtlichen Konsequenzen wäre der Schutzbrief ein wichtiges Instrument der Prävention.

Frauenfeindliche und bestialisch
Dazu erklärt die Obfrau der AfD-Bundestagsfraktion im Familienausschuss, Mariana Harder-Kühnel:
„Bei der weiblichen Genitalverstümmelung handelt es sich um eine frauenfeindliche und bestialische Tradition, die in Deutschland zurecht unter Strafe steht. Derartige Misshandlungen werden in der Regel unter katastrophalen hygienischen Bedingungen, ohne Betäubung, mit Glasscherben oder Rasierklingen vorgenommen.
Viele der betroffenen Mädchen sterben bereits an den unmittelbaren Folgen des Eingriffs, aber auch bei den Überlebenden bleiben lebenslange, massive körperliche und seelische Schäden zurück.
Die Ursache für den deutlichen Anstieg der Fallzahlen in Deutschland liegt in der anhaltenden Zuwanderung aus zahlreichen Regionen Afrikas, Arabiens und Südostasiens, in denen die weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird.
Die tatsächliche Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Etliche Fälle von weiblicher Genitalverstümmelung bleiben leider unerkannt und können strafrechtlich nicht verfolgt werden. Die gesetzliche Einführung einer ärztlichen Meldepflicht nach französischem Vorbild ist daher dringend erforderlich.

Das Ausmaß der weiblichen Genitalverstümmelung muss präziser ermittelt und jeder bekannte Fall bundesweit zentral erfasst werden. Jugendämter, Beratungsstellen und Frauenhäuser sind personell und finanziell aufzustocken, damit sie Mädchen und Frauen ausreichend über ihre Rechte informieren und im Notfall konkrete Hilfsangebote zur Verfügung stellen können.
Ebenso muss an Kindergärten und Schulen eine angemessene Aufklärung erfolgen.
Strafbares Verhalten darf auch nicht unter dem Deckmantel ‚kultureller Tradition‘ geduldet werden.
Nun beginnen in den Bundesländern die Schulferien und es ist zu befürchten, dass gerade in dieser Zeit wieder zahlreiche Mädchen zum Zwecke der Beschneidung ins Ausland verbracht werden. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Mädchen und Frauen müssen endlich konsequent vor Genitalverstümmelungen geschützt werden!“

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Ein Gedanke zu “„Mädchen und junge Frauen schützen“

  1. Politik und Medien in Deutschland geruhen immer noch nicht, zur Kenntnis zu nehmen: Entgegen beschönigenden Darstellungen wird die weibliche Beschneidung (hafd) oder, richtiger gesagt, die Verstümmelung des weiblichen Genitales vom islamischen Recht je nach Rechtsschule gefordert oder wenigstens begünstigt.

    Von den vier als rechtgläubig anerkannten Rechtsschulen des sunnitischen Islams hält die sehr verbreitete und über die von ihr beherrschte Al-Azhar-Universität in Kairo einflußreiche schafi’itische Rechtsschule die Beschneidung der Frau für Pflicht (wāğib). Eine Minderheit der schafi’itischen Gelehrten und die hanbalitische Rechtsschule sehen sie nicht als strenge Pflicht, aber sehr wohl als verdienstvolle Befolgung des Brauchs (sunnah) des Propheten an. Die hanafitische und die malikitische Schule sehen in ihr ein ehrenvolles Entgegenkommen gegenüber dem Ehemann. (Wieso das ein „Entgegenkommen“ gegenüber dem Ehemann sein soll, weiß ich nicht.)

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Christoph Heger

    P.S. Nach der jüngsten Intervention größter Wirtschaftsunternehmen werden sich wohl die unserer Nomenklatura so unbequemen „sozialen Medien“ Facebook, Twitter usw. gezwungen sehen, solche sachlichen Hinweise als „hate speech“ zu löschen.

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