NRW-Kommunalwahlen: SPD verliert linkes Ausscheidungsrennen

Die eigentliche Sensation der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen ist das fatal miese Abschneiden der Sozialdemokraten

Ausgerechnet in ihrem einstigen Stammland büßten die Roten jede vierte Stimme ein. In ehemaligen SPD-Hochburgen wie Köln und Wuppertal ist es nicht ausgeschlossen, dass die Partei künftig den Oberbürgermeister stellt, die die Sozialdemokraten Tag für Tag weiter marginalisiert und pulverisiert: Die Grünen.

In den Medien wird der erwartbare Triumph der Grünen hochgejazzt zum Überraschungssieg. Die Partei, die den linksgedrehten und ideologisch aufgeladenen Zeitgeist aus unerfindlichen Gründen vertritt und vor allem bei der jüngeren Generation punktet (die so mainstream-angepasst ist wie auf deutschem Boden seit den 1950er Jahren keine Jugend mehr), macht die SPD zunehmend überflüssig. Sie konnte ihren Stimmenanteil um 7 Prozentpunkte auf 18,7 Prozent gegenüber den Ergebnissen von 2014 steigern – während die SPD von 31,4 auf 23,8 Prozent abschmierte, wie „Tagesschau“ in der aktuellsten Hochrechnung vor Redaktionsschluss vermeldete.

Antworten auf den grünen Höhenflug oder gar Gegenstrategien hat die Sozialdemokratie nicht; im Gegenteil. „Vielleicht ist es nicht ganz schlau„, unkt Journalist Don Alphonso, „dem Wähler Steuerschröpfungen, Wegverteilung zu linksbizarren Aktivisten und keinen sozialen Aufstieg zu versprechen, und ansonsten die Grünen nachzuahmen?

Laschet mit blauem Auge – nicht trotz, sondern wegen Corona

Dass die CDU bei den Kommunalwahlen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland auch weiterhin stärkste Kraft bleibt, ist wenig überraschend – allenfalls die Tatsache, dass sie nur wenig Mitnahmeeffekte der bundesweiten Rekordzustimmungswerte verbuchen konnte und sich sogar noch um 2,5 Prozent gegenüber 2014 verschlechterte, verwundert. Dies mag wohl eine dem allgemeinen Trend zuwiderlaufende Folge der wachsenden Unzufriedenheit gegenüber Ministerpräsident Armin Laschets Chaos-Kurs in der Corona-Politik sein.

Dass die AfD proportional übrigens den größten Zuwachs aller Parteien verbuchte und sich von 2,4 Prozent auf über 5 Prozent steigerte, wurde von Mainstream-Medien übrigens so gut wie gar nicht beachtet und auch bestenfalls am Rande berichtet. Wo die Haltungsjournalisten des zuständigen ARD-Senders „WDR“ (zugleich die größte Sendeanstalt des Ersten) politisch stehen, machte die Verkehrsredaktion des Senders gleich einmal durch folgenden Tweet klar, der wieder Bände spricht, wie der parteipolitische Neutralitäts- und reine Informationsauftrag inzwischen bei den Öffentlich-Rechtlichen interpretiert wird:

https://www.journalistenwatch.com/wp-content/uploads/2020/09/Bildschirmfoto-2020-09-14-um-04.07.25.png

(Screenshot:Twitter)

Ein noch deutlicher-verkappterer Aufruf zur Wahl der Grünen ließe sich wohl kaum denken. Wie dem auch sei: Das Ausscheidungsrennen auf der linken Seite der Republik wird die modernde SPD nicht überleben. Dort ist kein Platz mehr – und nachdem auch die CDU sozialistisch geworden ist, läuft die Alternative im Altparteienspektrum auf die Frage heraus: sozialdemokratisch-links (=CDU), linksgrün-original (=Grüne), linksgrün-orientierungslos (SPD) – oder gleich linksradikal (Linke). (DM)

 

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