Talkshow-Ikonen sind die Sieger

Die Stars der allabendlichen Propagandasendungen mit Anne Will, Maybritt Illner, Sandra Maischberger, Markus Lanz und Frank Plasberg sind die Gewinner der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Man regt sich über den Umgang mit Oppositionellen in anderen Ländern heftig auf und praktiziert im eigenen Land katzbuckelnd die Ignoranz der eigenen Opposition – so geht  70 Jahre nach Ende der ersten und 30 Jahre nach Ende der zweiten Diktatur auf deutschem Boden die „publizistische Arbeit von Journalisten“ hierzulande.

Das Negieren und Verharmlosen von Skandalen der herrschenden selbsternannten „Politischen Klasse“ und Verschweigen der einzig relevanten Opposition trägt vor allem bei den „meinungsbildenden“ und von systemrelevanten Moderatoren besetzten Talkshows der mit Zwangsgebühren finanzierten staatlichen („öffentlich-rechtlichen“) Sendern zum gewünschten Erfolg.

Das zeigt sich einmal mehr im Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Mag sein, daß dazu auch der „Wahrheitsgehalt“ der zuvor verbreiteten Umfrageergebnisse ihren Teil beigetragen hat, denn das Wahlergebnis steht doch in krassem Widerspüruch zu den schließlich auch über Nachrichten und Takshows verbreiteten Prognosen.

Immerhin gaben diese Anlaß dazu, stringent über die „Gefahr“ – nämlich daß die AfD stärkste Fraktion im Landtag werden und die CDU auf Platz 2 verdrängen könnte – zu schwafeln und so die Wähler zur Stärkung der CDU zu animieren.
Das scheint mit der Praxis mit den höchst einseitigen Gästelisten bei den Talkshows auch für die CDU undv die hochgepuschte FDP erfolgreich gelungen zu sein.
Pech nur, daß dabei die eigenen Lieblinge aus der linken Ecke in Not geraten sind.
Immerhin ließen sich nicht alle Wähler auf das „Ossi-Bashing“ ein, durchschauten das üble Spiel mit der Ignoranz der größten Oppositionspartei im Bundestag (der AfD) und blieben auch trotz Mißbrauch des Verfassungsschutzes ungebeugt ihrer Sicht der Dinge treu.
Ohnehin wurden Vertreter der AfD nur dann als Gäste zu Talkshows eingeladen, wenn man beabsichtigte, sie nach dem Prinzip „Alle gegen Einen“ vorzuführen – selten ging es um politische Inhalte, meist nur darum, innerparteilichen Zwist zu säen, zu verleumden und zu diffamieren.

Zweifellos gibt es in der AfD wie in allen anderen Parteien auch genügend Selbstüberschätzung und Politikunfähigkeit mancher sich gerne für besonders wichtig haltenden Mandatsträger, doch die sehr einseitige Gästeauswahl in den Talkshows läßt sich statistisch nicht verleugnen:

    • Die meist eingeladenen Gäste in den Talkshows von ARD und ZDF 2020 waren laut statista vom 17.12.2020 mit jeweils insgesamt 14 Einladungen in den Talkshows von ARD und ZDF im Jahr 2020 Peter Altmaier, CDU-Politiker und Bundeswirtschaftsminister, sowie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach als die meist gefragtesten Gäste in den politischen Sendungen.
      Auch den mit elf Auftritten erreichten zweiten Platz teilen sich mit SPD-Vizekanzler Olaf Scholz und CSU-Chef Markus Söder zwei Politiker.
      Es folgt Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock mit zehn Einladungen.
      Für dieses Ranking wurden „nur“ die Talkshows „Anne Will“, „maischberger. die woche“ (vormals „Menschen bei Maischberger“), „Hart aber fair“ sowie „Maybrit Illner“ ausgewertet.
      Die sich besonders aggressiv mit Corona beschäftigende Sendung von Markus Lanz war Karl Lauterbach (SPD) der häufigste Gast zu diesem Thema, so daß bei vielen Zuschauern siczh inzwischen der Eindruck verfestigt, daß diese Talkshow dessen Sendung sein.
      Auch hier sind AfD-Politiker die seltensten aller Gäste.

Einseitige Gästeauswahl
Auch der Jungen Freiheit fiel die einseitige Gästeauswahl öffentlich-rechtlichen Talksendungen bereits am 2. Februar dieses Jahres auf und schrieb über eine Stellungnahme des früheren stellvertretenden Leiters des ZDF-Hauptstadtstudios, Peter Hahne, auf Ihrer Webseite dazu:

AfD abgeschlagen auf dem letzten Platz
Hintergrund ist die Auswertung der Gästelisten der Talksendungen „Anne Will“, „Maischberger“, „Hart aber fair“ und „Maybrit Illner“ nach Parteizugehörigkeit vom vergangenen Jahr. Häufigste Vertreter waren bis Mitte Dezember Politiker von CDU und CSU (94), gefolgt von SPD (83), Grünen (32), FDP (28) und der Linkspartei (19). Die AfD als größte Oppositionspartei im Bundestag lag hier abgeschlagen mit sechs Auftritten auf dem letzten Platz.

Auch im ersten Monat des Superwahljahrs 2021 änderten die vier Talkshows ihre Einladungspolitik nicht, wie eine Auswertung der JF der Gästelisten vom Januar zeigt. Die Union kam auf 14 Auftritte, die SPD auf elf, die Grünen auf vier Einladungen und die FDP auf drei. Politiker von AfD und Linkspartei durften hingegen kein einziges Mal in den Talkrunden Platz nahmen.

Noch deutlicher fiel die Diskrepanz in der ZDF-Gesprächsrunde von Markus Lanz aus. Hier war in den 134 Sendungen des vergangenen Jahres kein einziges Mal ein AfD-Politiker zu Gast. Zum Vergleich: Die Grünen, die im derzeitigen Bundestag die kleinste Fraktion stellen, kamen auf 21 Einladungen.

Der frühere stellvertretende Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios zeigte wenig Verständnis für eine solche Gästeauswahl. „Wer die AfD stark machen will, der schneidet sie und gibt damit zu, keine Argumente zu haben. In meiner früheren Sendung war die größte Oppositionspartei angemessen vertreten und ich als Moderator gut vorbereitet.“ (krk)

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