Europameisterinnen der Herzen

Englische „Lionesses“ gewinnen gegen deutsche Mädels mit 2:1

Auch wenn es am Ende in Wembley nicht zum 9. Europatitel gereicht hat, haben die DFB-Fußballerinnen bei dieser EM eine grandiose Leistung gezeigt – und der Beliebtheit und Akzeptanz des Frauenfußballs enormen Vorschub geleistet.
Sie wurden mit ihren famosen Leistungen zu Europameisterinnen der Herzen.
Ohne ihre verletzte Kapitänin und Törjägerin Alexandra Popp kamen die DFB-Frauen zwar in ihren gewohnten Spielfluss und hatten schon in der 26. Minute nach einer Ecke von Lina Magull durch Marina Hegering die Möglichkeit zur Führung.
Dabei kam es im Tohuwabohu im englischen Fünfmeterraum zu einem eindeutigen Handspiel der englischen Kapitänin Leah Williamson, welcher der Ball deutlich an den ausgestreckten Arm gesprungen war.
Die Abwehrspielerin scheint in den Zeitlupenaufnahmen sogar aktiv zum Ball zu gehen.
Damit wurde den deutschen Mädels ein klarer Elfmeter verwehrt, was sicher nicht ohne Einfluß auf das weitere Spielgeschehen gehabt hätte.
Die Szene wurde vom VAR-Check zwar überprüft, wurde aber nicht als strafbar eingestuft.
Dabei entschieden die Schiedsrichter Paolo Valeri (Italien) und Pol van Boekel (Niederlande) für den VAR, daß es kein strafbares Handspiel gegeben habe und die Schiedsrichterin Kateryna Monzul (Ukraine) schaut sich die Szene nicht einmal selbst an.
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sprach nach der 1:2-Niederlage nach Verlängerung am Sonntagabend im Wembley-Stadion von einem „klaren Handspiel“, wollte aber das Wort „Betrug“ nicht in den Mund nehmen.
Sie stellte aber fest, daß das bei einem Finale einer Europameisterschaft nicht passieren dürfe, „da müssen sich die Leute Gedanken drüber machen, die das zu verantworten haben.“
Erst in der zweiten Halbzeit gelang den Engländerinnen zunächst die Führung durch Ella Toone, die mit einem Heber in der 62. Minute die hervorragende deutsche Torhüterin Merle Frohms überwand.
Zwar schoß Lina Magull in der 79. Minute ihr drittes Tor bei dieser EM zum 1:1 und es ging dann in die Verlängerung, doch schließlich gelang Chloe Kelly dann in der 110. Minute das für England glückliche 2:1 vor 87.192 entfesselten Fans.
Damit haben die deutschen Fußballfrauen zwar ein Spiel verloren, aber Millionen von Herzen gewonnen.

England – Deutschland 2:1 n. V. (1:1, 0:0)

  • Tore: 1:0 Toone (62.), 1:1 Magull (79.), 2:1 Kelly (110.)
  • Zuschauer: 87.192 (ausverkauft)
  • Schiedsrichterin: Kataryna Monzul (Ukraine)
  • England: Earps – Bronze, Bright, Williamson, Daly (88. Greenwood) – Stanway (88. Scott), Walsh – Mead (64. Kelly), Kirby (56. Toone), Hemp (120. Parris) – White (56. Russo)
  • Deutschland: Frohms – Gwinn, Hendrich, Hegering (103. Doorsoun), Rauch – Magull (91. Dallmann), Oberdorf, Däbritz (73. Lohmann) – Huth, Schüller (67. Anyomi), Brand (46. Waßmuth)
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